Rebellen in Darfur lassen 36 entführte AU-Soldaten wieder frei

24. November 2005, 14:05
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Weiterhin zwei Soldaten in der Gewalt der Entführer

Khartum - Rebellen in der Krisenregion Darfur im Westen des Sudan haben am Montag 36 entführte Friedenssoldaten der Afrikanischen Union (AU) nach einem Tag wieder freigelassen. Wie ein AU-Vertreter in der sudanesischen Hauptstadt Khartum mitteilte, befanden sich noch zwei weitere Friedenssoldaten in der Gewalt der Entführer. Die 38 Soldaten waren am Sonntag in der Grenzregion zum Tschad von den Rebellen entführt worden. Der Befehlshaber der AU-Mission, Festus Owkonko, reiste in die Grenzregion, um die Lage vor Ort einschätzen zu können.

Die AU macht eine Splittergruppe der Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit (JEM), eine von zwei in Darfur aktiven Rebellenorganisationen, für die Entführung verantwortlich. Am Samstag war eine AU-Patrouille im Süden Darfurs in einen Hinterhalt geraten; mindestens drei Soldaten sowie zwei zivile Mitarbeiter wurden dabei getötet. Die derzeit 6300 Soldaten zählende Friedensmission der Afrikanischen Union (Amis) soll in Darfur Zivilisten schützen und Verstöße gegen den im April 2004 beschlossenen Waffenstillstand melden.

Die sudanesische Regierung steht seit dem 18. September mit zwei Rebellengruppen in Verhandlungen. In dem seit Februar 2003 andauernden Konflikt in Darfur zwischen Rebellengruppen, Regierungstruppen und arabischen Reitermilizen wurden nach Schätzungen bis zu 300.000 Menschen getötet. Etwa 2,6 Millionen Menschen wurden in die Flucht getrieben. (APA)

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