Wasserstoff im Tank

10. Oktober 2005, 15:15
posten

Erste Österreichische Hydrogen-Konferenz in Graz: Experten präsentieren Entwicklungsstand des alternativen Treibstoffs

Graz - Die Debatte über die Klimaerwärmung, vor allem aber die Bedrohung, dass die fossilen Energieträger bald zu Ende sein könnten, heizen die Diskussion über alternative Treibstoffe neu an. Hohe Erwartungen werden in wasserstoffbetriebene Fahrzeuge gesetzt. In Graz diskutieren zurzeit Experten aus dem In- und Ausland den Stand der diesbezüglichen weltweiten und österreichischen Aktivitäten.

Wasserstoff-Forschungszentrum und Hydrogen-Tanksystem

Im Zuge der ersten "Österreichischen Wasserstoffkonferenz" im Messecenter Graz wird am Dienstag auch das österreichweit erste Wasserstoff- Forschungszentrum - das Hydrogen Center Austria (Hycenta) - mit entsprechenden Prüfständen eröffnet. Grundlage dafür war die nun ebenfalls österreichweit erste Abgebestelle für sowohl flüssigen und gasförmigen Wasserstoff, die in den vergangenen Monaten ebenfalls am Geländer der Technischen Universität Graz erreichtet wurde.

Betreiber des Zentrums in der Grazer Inffeldgasse ist die TU Graz mit sieben weiteren Partnern aus der Wirtschaft (Magna, OMV und AVL, FVT und die steirische Gas & Wärme GmbH) sowie dem Joanneum Research und der "seibersdorf research". Die Errichtung wurde zu zwei Dritteln von der beteiligten Industrie getragen, finanziell haben sich aber auch der Bund sowie der Zukunftsfonds des Landes Steiermark und die steirische Wirtschaftsförderung beteiligt, schilderte dessen Geschäftsführer Manfred Klell am Montag im Pressegespräch.

Die Anlage bietet gasförmiges Hydrogen und flüssigen Wasserstoff zu Forschungszwecken an. Im vakuumisolierten Tank stehen über 17.000 Liter auf minus 253 Grad gekühlter und dadurch verflüssigter Wasserstoff für die Forschungsprojekte der Gesellschafter zur Verfügung. Beliefert wird das Zentrum von der Wiesbadener Linde Gas.

Wachstumsbranche

Mit der entsprechenden Infrastruktur will man nun mehrere wasserstoffrelevante F&E-Projekte für die Anwendung im automotiven Bereich durchführen, so Klell. Dazu zählt die Optimierung von flüssigen Wasserstoff-Tanksystemen und vor allem die Lebensdaueruntersuchungen von Bauteilen unter Wasserstoffumgebung und Projekte zur Erprobung von Treibstoffleitungen für flüssigen Wasserstoff.

Internationale Autoriesen investieren Milliarden Euro in Entwicklung wasserstoffbetriebener Motoren: Neben der aufwendigen Speicherung (entweder hoher Druck oder sehr tiefe Temperaturen) stellt die Frage einer ökologisch nachhaltigen Produktion dieses Energieträgers ein Problem dar: Um Wasserstoff-Moleküle zu gewinnen, wird bisher noch viel Energie aufgewendet. Ein Großteil der heutigen Wasserstoffproduktion verläuft über die katalytische Umsetzung von Methan (Erdgas) mit Wasser. Dabei entstehen zwar Wasserstoffe, aber zugleich wird als unerwünschtes Nebenprodukt wieder Kohlendioxid produziert. (APA)

  • Wasserstoff als alternativer Treibstoff der Zukunft
    foto: webcam hycenta

    Wasserstoff als alternativer Treibstoff der Zukunft

Share if you care.