Topographie des Terrors: Neuer Architekt bis Jänner

16. Oktober 2005, 22:03
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Aus 300 Entwürfen wurden 23 für zweite Wettbewerbsphase ausgewählt - Von Zumthor-Projekt distanzierte man sich aus Kostengründen

Berlin - Der Nachfolger von Peter Zumthor als Architekt für das neue Dokumentationszentrum der Berliner Stiftung Topographie des Terrors soll Ende Jänner 2006 feststehen. Aus 300 Entwürfen seien 23 für die zweite Phase des Wettbewerbs ausgewählt worden, sagte Stiftungsdirektor Andreas Nachama am Montag. "Das läuft innerhalb der Zeitplanung." Der Bund und das Land Berlin hatten sich 2004 aus Kostengründen von dem Schweizer Zumthor und dessen 38 Millionen Euro teurem Entwurf getrennt. Die bereits von Zumthor gebauten Treppentürme wurden abgerissen.

Sonderausstellung "Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess"

Am provisorischen Bauzaun auf dem Gelände öffnet an diesem Dienstag unterdessen eine Sonderausstellung "Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess". Damit soll an den 60. Jahrestag des Verfahrens erinnert werden, das am 18. Oktober 1945 in Berlin begann, wie Kuratorin Claudia Steur sagte. Erstmals waren dabei Kriegsverbrecher von einem internationalen Gerichtshof zur Rechenschaft gezogen worden. Auf der Anklagebank saßen Nazi-Größen wie Hermann Göring, Albert Speer, Wilhelm Keitel und Karl Dönitz.

In 110 Foto- und Textdokumenten und 15 Tonstationen geht es in der Ausstellung besonders um die Aussagen der Angeklagten. "Mein Name ist Hase...", heißt es zum Beispiel in einem Cartoon über die Sichtweise der NS-Repräsentanten. Am 20. November 1945 wurde der Prozess von Berlin nach Nürnberg verlegt, weil es in der zerstörten Hauptstadt keine Räume gab und auch wegen des Symbolwerts - die bayerische Stadt der "Reichsparteitage" galt als NS-Hochburg. Der Prozess endete am 1. Oktober 1946 mit zwölf Todesurteilen, sieben Freiheitsstrafen und drei Freisprüchen. Danach folgten noch einige weitere Prozesse. (APA/dpa)

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