Kommunistische Partei feierte 60. Jahrestag

14. November 2005, 10:26
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Delegationen aus China und Russland in Pjöngjang - Aufrufe zur Stärkung der Volksarmee und der nationalen Verteidigung

Seoul - Mit Massenkundgebungen und Aufrufen zur Stärkung des Militärs hat Nordkorea den 60. Jahrestag der Gründung der herrschenden kommunistischen Arbeiterpartei begangen. Alle Anstrengungen müssten vorrangig "auf die Stärkung der Volksarmee und die Entwicklung der nationalen Verteidigung" gerichtet werden, wurde der Vorsitzende des Präsidiums der Obersten Volksversammlung, Kim Yong Nam, am Montag von den staatlichen Medien zitiert. China und Russland schickten Delegationen nach Pjöngjang; die chinesische Vizeministerpräsidentin Wu Yi und der Sonderemissär des russischen Präsidenten Wladimir Putin, Konstantin Pulikowski, überbrachten dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Il Gratulationsbotschaften.

"Militär-Zuerst-Politik"

Parlamentschef Kim Yong Nam habe die "Militär-Zuerst-Politik" ("Songun") als Wesen der Selbstbestimmungs-Doktrin ("Juche"/Dschutsche) des verstorbenen Partei- und Staatsgründers Kim Il Sung, des Vaters von Kim Jong Il, als Leitlinie der Parteiaktivitäten bezeichnet. Die Rede sei am Montag von den Fernseh- und Radiostationien des Landes übertragen worden, meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap. Nordkorea verfügt nach eigenen Angaben über Atomwaffen als Abschreckung gegen angebliche Angriffspläne der USA, die im Süden der geteilten Halbinsel mehr als 30.000 Soldaten stationiert haben. Im September verpflichtete sich Pjöngjang im Rahmen von Sechs-Länder-Gesprächen (mit Südkorea, den USA, China, Japan und Russland) zur atomaren Abrüstung im Gegenzug für Wirtschaftshilfen und diplomatische Zugeständnisse.

Gerüchte um Nachfolger von Kim Jong Il

Russische Diplomaten hatten vor den Feierlichkeiten von Gerüchten gesprochen, Kim Jong Il könne demnächst einen seiner Söhne zum Nachfolger designieren. Der 63-Jährige hat drei Söhne von zwei Frauen: Jong Nam, Jong Chol und Jong Un. Der älteste, der 34-jährige Jong Nam, wurde 2001 aus Japan abgeschoben unter dem Verdacht, dort mit einem gefälschten Pass der Dominikanischen Republik eingereist zu sein. Südkoreanische Medien berichteten, seitdem seien auf Jong Nam bereits zwei Mordanschläge verübt worden. Jong Nams Mutter Sung Hye Rim hatte sich 1996 in den Westen abgesetzt. Seit 1983 hatte sie sich fast ständig in einer psychiatrischen Klinik in Moskau aufgehalten.

Der zweitälteste Sohn Jong Chol ist vermutlich 24 Jahre alt. Seine Mutter ist die zweite Geliebte Kims, Ko Yong Hi. Jong Chol habe nach Kims Auffassung nicht die Fähigkeit, Nordkorea zu führen, schrieb der frühere Personalchef des Machthabers, Kenji Fujimoto, einst in einem Buch. Der jüngste der drei ist Jong Un, ebenfalls ein Sohn von Ko Yong Hi. Er hat in der Schweiz studiert und ist laut Experten derzeit vermutlich Kim Jong Ils Favorit für eine Nachfolge. Kim Jong Il selbst war 1974 mit 32 Jahren als Nachfolger seines Vaters bestimmt worden. (APA/dpa/AP/Reuters)

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    Nordkoreas Kommunistische Partei begeht ihren 60. Gründungstag erwartungsgemäß mit Massenaufmärschen und der Demonstration ihrer militärtischen Stärke.

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