Verdienen mit dem Rohstoff-Superzyklus

13. November 2005, 19:32
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Teurer Treibstoff und hohe Heizkosten belasten die Haushaltsbudgets. Mit der Geldanlage in Rohstoff-Fonds kann man Geld zurückverdienen

Wien - Rohstoffe wie Öl und Baumetalle wie Stahl und Kupfer sind so teuer wie noch nie, Gold könnte nach Meinung von Analysten schon im kommenden Jahr ein All-Time-High erreichen. Und damit zählen auch Rohstoff-Fonds (siehe Tabelle) zu den großen Gewinnern und dürften auch weiterhin stark zulegen, meinen Experten.

"Der Markt beschäftigt sich mit der Frage, ob derzeit gerade der Höhepunkt eines normalen Rohstoffzyklus erreicht ist oder ob der Sektor am Beginn eines so genannten Superzyklus steht", skizziert Graham Birch, Fondsmanager des Merrill Lynch Investment Managers World Gold Fonds die Lage. "Die Argumente für einen Superzyklus sind überzeugend", so Birch gegenüber dem Fonds-Informationsdienst e-fundresearch.com.

Mit "Superzyklus" wird allgemein eine Phase genannt, die durch außergewöhnliche Rahmenbedingungen die Bahn normaler Schwankungen verlässt und eine (manchmal bis zu 75 Jahre dauernde) Zeitstrecke von Preissteigerungen mit sich bringt.

China und Indien

Birch ist damit nach Graham French vom M&G Global Basics bereits der zweite bedeutende Fondsmanager, der innerhalb weniger Monate von dieser Annahme ausgeht. Denn mit der Industrialisierung Chinas und Indiens seien zwei riesige neue Märkte entstanden, während das Rohstoffangebot aufgrund der Investitionszurückhaltung der Produzenten in der vergangenen Dekade beschränkt ist und es lange Zeit braucht, die Produktion wieder auszuweiten.

Das Beispiel Gold verdeutliche die Marktsituation: "Obwohl der Goldpreis in US-Dollar bereits ein neues 17-Jahres-Hoch erreicht hat, steigt die Nachfrage vor allem aus der Schmuckindustrie weiter an - allein im ersten Quartal 2005 um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, während private Investoren im ersten Quartal des laufenden Jahres 21 Prozent mehr Gold nachfragten als ein Jahr zuvor. Zudem beanspruchen börsengehandelte Exchange Traded Funds (ETF) inzwischen fast zehn Prozent der jährlichen Goldproduktion", so Birch.

Das Goldangebot bleibe dagegen begrenzt. "Im vergangenen Jahr sank die Produktion um vier Prozent, dies entspricht dem größten Rückgang auf Jahresbasis seit den Vierzigerjahren.

Durst nach Öl

Schätzungen der Schweizer Großbank UBS zufolge wird China im laufenden Jahr beispielsweise rund 40 Prozent der weltweiten Eisennerz-Produktion benötigen, während im Jahr 1990 dieser Anteil noch bei unter 20 Prozent lag.

Ähnlich sei die Situation im Energiesektor: "Der weltweite Durst nach Öl zeigt keine Anzeichen von Abschwächung", so der Fondsmanager. Bedingt durch die Nachfrage aus den USA und Asien erhöhte sich die Nachfrage nach dem schwarzen Gold im Jahr 2004 um 3,6 Prozent, im laufenden Jahr erwartet das Institute of Economic Affairs einen weltweiten Nachfrageanstieg um 1,9 Prozent, und für 2006 prognostiziert UBS eine Ausweitung der Nachfrage um 2,1 Prozent. Auch auf der Angebotsseite ist keine Entspannung in Sicht. "Die effektiven freien Kapazitäten der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) haben sich dramatisch reduziert." (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.10.2005)

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    Gold könnte nach Expertenschätzungen bereits im kommenden Jahr ein All-Time-High erreichen. Anleger in Rohstoff-Fonds zählen dann vermutlich zu den Gewinnern.

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    tabelle: standard
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