"Schätze der Welt": Bildungsinseln

15. November 2005, 15:39
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Heute geht es hier um die Sendereihe, weil sie zum letzten Rest von Bildungsfernsehen im ORF gehören

Heute geht es hier um die Sendereihe "Schätze der Welt". Nicht, weil die viertelstündigen Dokus über von der Unesco geschützte Natur- und Kulturdenkmäler besonders toll oder misslungen wären, sondern weil sie zum letzten Rest von Bildungsfernsehen im ORF gehören. Und das zu einer Sendezeit vor Mitternacht. Eine Rarität.

Dass das Miniformat als ein letztes Exemplar seiner Art im seichten Unterhaltungs-Einheitsbrei des ORF auffällt, ist kein Kompliment. Und nein, es wird nicht langweilig, den Niedergang des Bildungsangebots im Öffentlich-Rechtlichen anzuprangern. Nicht, solange es kostenpflichtige Zwangsbeglückung ist.

Wissenschaftsbezogene und Interesse weckende Sendungen wie "CSI" haben durchaus Sinn, noch besser wäre es, die geweckten Interessen würden auch gestillt. Und o.k., man kann die "Millionenshow" als verzweifelten Versuch sehen, zeitgemäßes Bildungsfernsehen zu schaffen. Nur: Armin Assinger als Wissensvermittler? Zu verzweifelt. Und nachmittags, bei der Hauptklientel Kinder und Jugendliche? Ständig repetierende, auswechselbare Sitcom-Plots, wohin man sieht. Die bringen einen dazu, nostalgische Gefühle für das 80er-Jahre-Schulfernsehen zu entwickeln. Pisa-Studie lässt grüßen.

Zu "Schätze der Welt": Hier wird kompakt Geschichts-und Geografiewissen über besondere Orte vermittelt. Die Samstagmittag-Folge hatte Damaskus zum Thema, die am Sonntagvormittag Djenné in Mali. Schöne Ausflüge. (pum/DER STANDARD, Printausgabe, 10.10.2005)

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