AMA-Chef: "Förderungen sollen dort landen, wo sie hingehören"

7. November 2005, 14:22
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AMA wickelt heuer 1,9 Milliarden Euro an EU-Förderungen für die heimischen Landwirte ab

Wien - Die Agrarmarkt Austria (AMA) wickelt heuer 1,9 Milliarden Euro an EU-Förderungen für die heimischen Landwirte ab. Ein "ordentlicher Betrag", so AMA-Vorstand Georg Schöppl, der sich vor fünf Jahren zu Beginn seiner Tätigkeit als Leiter der obersten Zahlstelle für Agrarförderungen eine "korrekte Abwicklung" in der Auszahlung dieser Fördergelder als eine der obersten Zielsetzungen auf seinen Fahnen heftete.

"Steuerzahler und Bauern haben Anspruch darauf, dass das Geld dorthin kommt, wo es hingehört; schließlich handelt es sich um Steuergelder", betonte Schöppl im Gespräch mit der APA und ist stolz, dass Österreich in der EU mit seinem Auszahlungssystem als "Vorreiter" gilt.

Rückforderungen

Seit 1995 wurden von der EU in Summe 60 Mrd. Euro an nicht korrekt ausbezahlten Agrarförderungen zurück gefordert. Von Österreich waren es in den vergangenen zehn Jahren in Summe nur 2,6 Mio. Euro, zeigt sich der AMA-Vorstand zufrieden. Im Durchschnitt zahlt Österreich laut Schöppl 15 Cent je 1.000 Euro an Agrarförderungen zurück, der EU-Schnitt liegt dagegen bei 14 Euro. Jedes Jahr kontrolliert die AMA stichprobenartig 25.000 von 150.000 Betrieben.

Antragsflut

Weitere Zielsetzung des AMA-Vorstandes stellt die Kundenorientierung dar. Die Anzahl der Förderanträge von den österreichischen Bauern ist seit 2001 von rund 350.000 auf knapp 530.000 gestiegen. Nicht zuletzt, um diese Antragsflut bewältigen zu können, setzt man in der AMA zunehmend auf das Internet. Das System müsse "so einfach wie möglich" sein, so Schöppl, "denn jeder richtige Antrag erspart in der Abwicklung Zeit - und damit Geld".

Schon jetzt verfüge jeder dritte der 150.000 landwirtschaftlichen Betriebe, die über die AMA Förderungen beziehen, über einen Internet-Anschluss. In den nächsten fünf Jahren sollen es mehr als die Hälfte der Kunden sein, gibt sich Schöppl optimistisch. Wichtiges Element dabei ist das Geographische Informationssystem (GIS), bei dem die Fläche eines jeden Betriebes digital erfasst wird und so die Qualität der Anträge erneut steige, hieß es. Der Fehleranteil bei den Tierprämien ist seit 2000 von 4 Prozent oder 44.000 Anträgen auf mittlerweile 0,25 Prozent oder 1.500 Anträge gesunken.

Kostenmanagement

Neben der professionellen Abwicklung der Agrarreformen wird bei Schöppl auch Kostenmanagement groß geschrieben. So habe sich das Verhältnis Verwaltungskosten zu Auszahlungssumme von 2,14 auf 1,7 Prozent im Laufe von Schöppls Zeit als AMA-Vorstand verbessert. Der EU-Schnittl liege hier bei 6 bis 7 Prozent. Der Kernpunkt für die Kostenersparnis sei die Software-Entwicklung gewesen, die nun großteils innerhalb der AMA erfolge und neu gestaltet worden sei. Damit konnten die EDV-Gesamtkosten von knapp 8 Mio. Euro 2001 auf 6,4 Mio. Euro 2005 gesenkt werden.

Für die nächsten fünf Jahre seiner Amtszeit hat sich Schöppl - sein Vertrag wurde im September 2005 verlängert - vorgenommen, die Spitzenreiter-Position in Bezug auf korrekte Förderabwicklung in der EU zu halten. Im Service für die Bauern soll das Thema "richtiger Antrag" durch mehr Informationsarbeit und Technologie forciert und alle Dienstleistungen der AMA künftig online und flächendeckend zur Verfügung gestellt werden.

Die bevorstehende Umsetzung der neuen Förderrichtlinien im Rahmen der Ländlichen Entwicklung, der Zuckermarktordnung und des Midterm-Review will Schöppl derart gestalten, dass "die Kunden möglichst wenig davon merken". (APA)

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