Thomas Pöck: Über Hartford nach NY

3. November 2005, 10:51
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Der Österreicher hofft weiter auf eine Chance bei den Rangers und will sich im Farmteam Hartford Wolf Pack aufdrängen

Hartford/Connecticut - Nur knapp ist Thomas Pöck beim Cut der New York Rangers gescheitert. Der österreichische Eishockey-Teamverteidiger hinterließ im Trainingscamp der Rangers einen guten Eindruck, schaffte aber den Sprung in den NHL-Kader des Kultklubs nicht. Im Farmteam Hartford Wolf Pack versucht der Kärntner nun, sich für einen Aufstieg aufzudrängen und als dritter Österreicher neben Thomas Vanek (Buffalo Sabres) und Reinhard Divis (St. Louis Blues) in der Eishockey-Eliteliga 2005/06 zum Einsatz zu kommen.

Guter Beginn

Am Samstag startete Hartford mit einem 4:3-Heimsieg nach 1:3-Rückstand gegen Manchester Monarchs, das Farmteam der Los Angeles Kings, in die Saison. Pöck hinterließ dabei einen ausgezeichneten Eindruck. Der 23-Jährige schaffte zwar vor über 7.800 Zuschauern keinen Scorer-Punkt, war aber offensiv und auch defensiv eine tragende Figur im Team und stand als einziger Spieler bei allen vier Wolf Pack-Treffern auf dem Eis.

Das Civic Center in der Hauptstadt von Connecticut soll dennoch nur als Sprungbrett dienen. Pöck, der am 23. März des Vorjahres mit einem Treffer ein sensationelles NHL-Debüt gefeiert hatte und nach sechs Spielen für die Rangers bei zwei Toren und zwei Assists hält, glaubt an seine Chance bei Rangers-Coach Tom Renney.

"Der Trainer hat gesagt, dass ich mir einen Platz erkämpft habe und stark genug bin, in der NHL zu spielen", sagt der Kärntner. Die auf diesem Niveau nicht zu unterschätzende Politik, teuren Spielern oder Neuzugängen einen Bonus zu geben, habe jedoch gegen ihn entschieden. Aber: "So wie der Trainer geredet hat, werde ich in dieser Saison eine Chance erhalten, wieder rauf zu kommen."

Dafür will er die Enttäuschung wegstecken und hart arbeiten. "Einerseits ist es schwer, wenn der Trainer sagt, du bist gut genug für die NHL, aber du musst runter. Andererseits ist es besser, als wenn er sagen würde, du bist zu schwach für die NHL. Ich muss einfach weiter so spielen", sagt Pöck.

Stürmender Verteidiger

Und an sich arbeiten. Denn der Sohn des früheren österreichischen Teamchefs ist eigentlich ein sehr unerfahrener Verteidiger. Erst auf dem College von Massachusetts wurde der gelernte Stürmer umfunktioniert, der aber weiter seine Stärken im Spiel nach vorne hat. Als offensiv stärksten Verteidiger der gesamten US-College-League holten ihn die Rangers.

Hartford-Trainer Jim Schonefeld will aus dem Talent nun einen kompletteren Spieler formen. Die Schwächen beheben und die Stärken forcieren, so sein Motto. "Wir machen alles, um ihm zu helfen. Er muss schneller und stärker werden und sein Spiel ohne Puck verbessern. Aber wir sind zufrieden. Er lernt schnell, ich glaube, er wird besser", meint Schonefeld. (APA/red)

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