Gehrer gegen politische Regelung des Unizugangs

8. November 2005, 10:12
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Ministerin nach Arbeitstreffen mit Schweizer Bundesrat Couchepin: Beispiel Schweiz zeige, dass Unis "selbst gute Lösungen finden"

Wien - "Für uns waren Zugangsregelungen für Studenten bisher überhaupt kein Thema." Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) muss ob dieser Aussage des für Unis zuständigen Schweizerischen Bundesrats Pascal Couchepin bei einem Arbeitsbesuch in Wien neidvoll auf das Nachbarland blicken. Thema sei es deshalb noch keines für ihn gewesen, weil es keinerlei Probleme mit den Zulassungsverfahren gebe, wie der Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Inneres nach dem Treffen mit Gehrer Freitag Abend betonte. Jede Uni habe selbst die Möglichkeit, ein Verfahren einzuführen, es gibt keine zentrale Regelung - ein Modell, das auch Gehrer gefällt.

Wie das gemeinsame Zulassungsverfahren der Schweizerischen Medizinunis zeige, würden die Hochschulen "selbst gute Lösungen finden", betonte Gehrer. Einem Ruf nach zentralen Vorgaben werde sie deshalb widerstehen. Abgesehen von der Medizin, wo es eine einheitliche Eignungsprüfung für alle Studienstandorte gibt, existieren in der Schweiz laut Couchepin Zugangsbeschränkungen nur für Ausländer. Dennoch ist die Schweiz mit einem Ausländeranteil an den Unis von 22 Prozent weltweit führend.

Als "Zeichen der Öffnung gegenüber der Schweiz" soll das Nicht-EU-Land künftig auch an den Integrierten Bildungsprogrammen der EU teilnehmen können, die während der österreichischen EU-Präsidentschaft im kommenden Jahr beschlossen werden sollen, sagte Gehrer. Bisher waren Schweizer Schüler, Studenten und Professoren von diesen Austauschprogrammen ausgeschlossen. Außerdem soll die Schweiz, wie bei dem Gespräch vereinbart wurde, an dem regionalen Kooperations- und Mobilitätsprogramm CEEPUS (Central European Exchange Program for University Studies) teilnehmen können, dem neben Österreich zahlreiche ost- und südosteuropäische Länder angehören. Die beiden Minister beabsichtigen zudem die bereits bestehende Zusammenarbeit in der Alpenforschung zu intensivieren. (APA)

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