Clement: Inflationsrisiko kein Grund für Leitzinsänderung

7. November 2005, 14:14
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Fachmesse Anuga eröffnet - "Beschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik im weiteren Jahresverlauf"

Köln - Das derzeitige Inflationsrisiko ist nach Ansicht des deutschen Wirtschaftsministers Wolfgang Clement (SPD) kein Grund für die Europäische Zentralbank (EZB), die Leitzinsen zu ändern. "Meine Überzeugung ist, dass das gegenwärtige Inflationsrisiko eine temporäre Erscheinung allein auf Grund der hohen Öl- und Energiepreise ist und deshalb für sich genommen keinen Grund für ein Anziehen der geldpolitischen Zügel gibt", sagte Clement am Samstag bei der Eröffnung der Lebensmittel-Fachmesse Anuga in Köln laut Redemanuskript. Er erwarte von der EZB, dass sie bei allen eventuellen Entscheidungen über Leitzinsänderungen die schwierige Wachstumssituation in Europa berücksichtige.

Die EZB hatte am Donnerstag wie erwartet stärker vor Inflationsgefahren gewarnt und damit die Finanzmärkte langsam auf eine Zinserhöhung eingestimmt. "Wir kündigen keine Zinserhöhung an - aber es ist hohe Wachsamkeit erforderlich, weil die Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität jetzt genau vor uns sind", hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erklärt. Der Ölpreis treibe die Teuerungsrate nach oben und könnte sich womöglich stärker in den Verbraucherpreisen festsetzen als bisher beobachtet. Derzeit liegt der Leitzins bei zwei Prozent.

Aussichten seien gut

Clement erklärte erneut, die Aussichten für eine weitere Belebung der Wirtschaft sei recht gut. "Fast alle Indikatoren deuten auf eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Dynamik im weiteren Jahresverlauf hin", erklärte der Minister laut Redetext. Besonders erfreulich sei, dass "wir mittlerweile wieder Lebenszeichen von der inländischen Konjunktur vernehmen". Auch werde trotz der Risiken durch den Ölpreis weiter mit kräftigen außenwirtschaftlichen Impulsen gerechnet.

Die fünftägige Messe für Fachpublikum stellt Neuheiten bei Genuss- und Wellnessprodukten sowie bequem zubereitbaren oder verzehrfertigen Lebensmitteln vor. 6300 Aussteller aus 108 Ländern zeigen ihre Produkte. Industrie und Handel erwarten nach unbefriedigenden Jahren auf der Anuga neue Impulse für das Geschäft. (APA)

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