Präsident Gbagbo bleibt nach abgesagter Wahl im Amt

27. Dezember 2005, 15:28
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Afrikanische Union schränkt Mbekis Vermittlerrolle ein

Addis Abeba/Nairobi - Nach Absage der Wahlen in der westafrikanischen Republik Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) soll Staatspräsident Laurent Gbagbo ein weiteres Jahr im Amt bleiben. Das entschied die Afrikanische Union (AU) in Addis Abeba. Die Rolle des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki als Vermittler wurde zugleich eingeschränkt. Künftig werde ein internationales Team die Verhandlungen zwischen der Regierung in Abidjan und den Rebellen im Norden des Landes leiten.

Gbagbo hatte die für den 30. Oktober geplante Präsidentschaftswahl mit der Begründung abgesagt, dass die Rebellenorganisation FN ("Neue Kräfte") noch nicht entwaffnet sei. Die FN wollten die Wahlen ohnehin boykottieren, weil es ihrer Ansicht nach keine korrekten Wählerlisten gab. Sie lehnten außerdem Mbeki als Vermittler ab, weil dieser Gesetzesänderungen für rechtmäßig erklärt hatte, die vielen Einwohnern im Norden des Landes das Wahlrecht entzogen. Seit einem Putschversuch im September 2002 und anschließendem Bürgerkrieg ist das Land zweigeteilt, der Norden wird von Rebellen kontrolliert. Etwa 10.000 Soldaten der früheren Kolonialmacht Frankreich und der Vereinten Nationen überwachen den brüchigen Waffenstillstand. (APA/dpa)

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