E-Voting von Bugs bedroht

17. Oktober 2005, 11:11
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Größte Gefahr: Smart Cards und drahtlose Netzwerke

Programmfehler, so genannte Bugs, und bösartige Codes sind eine mögliche Bedrohung für die Software von E-Voting-Geräten. Die elektronischen Wahlmaschinen sind in den USA seit einigen Jahren in Verwendung, bisher wurde aber kein einheitlicher, landesweiter Sicherheitsstandard festgelegt. Bei einer Konferenz des Instituts für Standards und Technologie, einer Sektion des US-Handelsministeriums, haben Wissenschaftler und Experten mögliche Schritte zur Sicherung der Wahlsysteme diskutiert.

E-Voting-Systeme

"Die Software sämtlicher E-Voting-Systeme, die zurzeit in Verwendung sind, ist fehleranfällig. In den meisten Fällen sind diese Bugs nicht böswillig oder gefährlich, aber die Software ist fehlerhaft", so Ron Rivest, Professor am Institut für Technologie in Massachusetts. Diese Bugs, so die Experten, seinen Verantwortlich für Unregelmäßigkeiten in den Wahlergebnissen. Um das Ausmaß der Software-Probleme einzudämmen, fordern die Wissenschaftler höhere Qualitäts-Standards in der Software-Entwicklung, eine sorgfältige Prüfung und die Zertifizierung aller Produkte.

Source-Codes

Manche Forscher fordern auch, dass die Source-Codes veröffentlicht werden. "Für eine demokratische Gesellschaft ist es essenziell, dass ein Wahlsystem öffentlich ist", meint Informatik-Professor Michael Shamos. Kritiker befürchten aber, dass die Freigabe der Software-Codes Wahlbetrug fördern könnte. Über die Frage, wie wahrscheinlich vorsätzliche, böswillige Attacken auf die Wahlmaschinen seien, gehen die Meinungen der Experten auseinander. "Nicht einmal das größte Hacking- Genie kann eine Software entwickeln, die das Wahlergebnis verändert, ohne dass die Manipulation bei den Tests vor und während der Wahl entdeckt wird", sagt Shamos bei der Konferenz.

Smart Cards

Als eine der größten Gefahren gelten Smart Cards, mit denen Angreifer die elektronischen Wahlmaschinen so manipulieren können, dass statt einer mehrere Stimmen abgegeben werden können. Eine weitere Bedrohung stellen drahtlose Netzwerke dar. Wenn Wahlmaschinen mit einem solchen verbunden sind, könnten Hacker etwa mit einem PDA in der Nähe der Gerätes die Software manipulieren. Eine der sichersten Methoden um Softwarefehler aufzuspüren seien laut Shamos so genannte "parallele Tests". Dabei wird eine Wahlmaschine in einem Wahllokal abgegrenzt, ohne dass dies für die Wähler ersichtlich ist. Testpersonen geben an diesem Gerät eine zuvor vereinbarte Stimme ab, treten aber als normale Wähler auf. Wenn das Ergebnis an dieser Wahlmaschine von den zuvor vereinbarten Stimmen abweicht, wissen die Techniker, dass das Gerät fehlerhaft ist.(pte)

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