Khol: 20 bis 30 Jahre verhandeln

Redaktion, 11. Oktober 2005 14:47
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    "Solange man nicht mit einer Schützenkompanie nach Antalya fahren und eine Feldmesse halten kann, solange ist die Türkei nicht beitrittsreif". (Im Bild Khol bei der Andreas Hofer-Feier der Zillertaler Schützenkompanien vor dem Stephansdom.)

Türkei betrittsreif, wenn "man mit einer Schützenkompanie nach Antalya fahren und eine Feldmesse halten kann" - Rehn: Verhandlungs-Dauer hängt von "Reformrhythmus" ab

Innsbruck - Nach Einschätzung von Nationalratspräsident Andreas Khol (V) könnten die Beitrittsverhandlungen zwischen der Europäischen Union und der Türkei wesentlich länger als die häufig genannten zehn Jahre: Er nannte am Samstag einen Zeitrahmen von 20 bis 30 Jahren.

"Ich habe den Eindruck, dass bei dem Verfahren zehn Jahre nicht ausreichen", meinte Khol bei der Eröffnung der 73. Innsbrucker Herbstmesse. Er betonte, dass es sich bei der Türkei um ein Land handle, mit dem Österreich befreundet sei und an dem Österreich "massive ökonomische Interessen" habe. So würden derzeit 30 Prozent der Wasserkraft in der Türkei von österreichischen Unternehmen gebaut.

Feldmesse

Die Einhaltung der Menschenrechte oder Religionsfreiheit seien Voraussetzungen für einen allfälligen Beitritt, machte Khol deutlich: "Solange man nicht mit einer Schützenkompanie nach Antalya fahren und eine Feldmesse halten kann, solange ist die Türkei nicht beitrittsreif".

Die Haltung Österreichs in der Türkei-Frage verteidigte er neuerlich: Man habe gezeigt, dass ein "kleines Land wie Österreich sich nicht unter der Knute der Großen beugt", sagte Khol. "Wir haben unsere Rechte ausgenutzt und sind nicht in die Knie gegangen".

"Reformrhythmus"

Der EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn meinte, die Dauer der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei werde hauptsächlich vom Reformprozess in dem Land bestimmt werden. Die "Geschwindigkeit" der Verhandlungen hänge vor allem vom "Reformrhythmus" in der Türkei ab, sagte Rehn nach einem Treffen mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Samstag in Istanbul. Er erwarte eine "schwierige Reise", sagte der finnische Kommissar mit Blickrichtung auf die voraussichtlich mindestens zehn Jahre dauernden Verhandlungen. Erdogan sagte, er rechne mit einem "schwierigen Prozess", doch am Ende mit einem Erfolg.

"Energische Umsetzung von Reformen"

Rehn hatte die Türkei eindringlich aufgefordert, die politischen Reformen "energisch" umzusetzen. Rechtsstaat und Meinungsfreiheit, Menschen- und Frauenrechte, die Rechte von Religionsgemeinschaften und Gewerkschaften müssten zur "alltäglichen Realität in jedem Winkel des Landes" werden. Auf die noch bestehenden Defizite werde die EU-Kommission in ihrem nächsten Bericht am 9. November hinweisen. Die EU erwarte, dass das türkische Parlament "unverzüglich" das Zusatzprotokoll zur Zollunion ratifiziere, damit Waren zwischen der Türkei und allen 25 Mitgliedstaaten frei zirkulieren können, betonte Rehn. Die Türkei lehnt eine Öffnung ihrer Grenzen für Schiffe und Flugzeuge aus Zypern ab.

Mangelnde Religionsfreiheit

Der Kommissar hatte in einem im August verfassten Schreiben an die Regierung in Ankara die mangelnde Religionsfreiheit kritisiert. Die staatlichen Behörden hatten zuletzt wieder den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. von Konstantinopel massiv unter Druck gesetzt. Deutschlands Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte im Mai mit seinem demonstrativen Besuch beim Oberhaupt der orthodoxen Christenheit im Phanar in Istanbul der türkischen Regierung zu verstehen gegeben, dass sie in ihrem Streben nach EU-Mitgliedschaft nicht daran vorbeikommen wird, den religiösen Minderheiten die gleichen Rechte einzuräumen, die von Muslimen in EU-Staaten in Anspruch genommen werden. (APA)

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Anton Hammerschmidt
10.10.2005 09:19
Sehr geehrter Hr.Khol,

In meine wohnung kommt mir auch keine schützenkompanie und ich verbiete mir jeglichen versuch, ebendort eine feldmesse zu veranstalten. bin ich jetzt eu-unwürdig ?

Ich bitte um Aufklärung.

Unherzlichst,
ein Europäer.

John Falstaff
10.10.2005 07:46
Sehr intelligent!

Wieder einmal hat die ÖVP (allen voran Khol) bewiesen, welch kluge Köpfe sie doch in ihren Reihen hat. Eine besonders gelungene und wohl durchdachte Aussage, wie sie sich von einem Nationalratspräsidenten gehört....

Aber eine Taktik muss man der ÖVP schon hoch anrechnen: Erst verurschen, und dann andere ausbaden lassen ... wie der Türkei-Beitritt. Damit müssen sich andere Regierungen herumschlagen, wenn es so weit sein wird.

ÖVP? NEIN, DANKE!

Jara Raus
14.10.2005 03:14

du kannst ja wieder die övp wählen, dann muss sie sich damit herumschlagen :D

Dr. Revolte
09.10.2005 23:57

was soll der schei.. spruch? dürfen die türken in wien öffentlich ihr freitagsgebet abhalten?

zaps
09.10.2005 22:59
der liebe Herr Kohl

soll doch mal versuchen eine islamische Feldmesse abzuhalten. Wir sehn ja dann wie er all die gemauchelten Islamisten erklaeren will.

Osman Mert
09.10.2005 22:47
Rabaukentum und flotte Sprüche

..."Solange man nicht mit einer Schützenkompanie nach Antalya fahren und eine Feldmesse halten kann, solange ist die Türkei nicht beitrittsreif"....

...Man habe gezeigt, dass ein "kleines Land wie Österreich sich nicht unter der Knute der Großen beugt", sagte Khol....

Will Österreich in der Türkei einmarschieren?

Natürlich kann ein Trachtenverein nach Alanya reisen. Hunderte Fussball u.a. Freizeitclubs machen es jedes Jahr vor.

Einfach nur Blödsinn. Hauptsache was gesagt. Kann mir nicht vorstellen, dass sowas ankommt. Selbst in Österreich nicht!

owen breon3
10.10.2005 08:44
aber in tirol ;)

eine feldmesse mit schützen hat in tirol eine geradezu gralhafte bedeutung ... ist fast schon ein religiöses hochamt ...

richtig mit gottes sonnenstrahlen und so .... sie verstehen ;)

MarioV
09.10.2005 22:46

Es war Europa möglich 2 Weltkriege zu führen. Aber die Türkei zu integrieren, das soll auf einmal nicht möglich sein.
Wers glaubt.

boba fett
09.10.2005 23:48
also diesen geistigen erguss kann man nichtmal mehr mit kraut und rueben vergleichen…

;)

REKTOSKOP: Lärm aus dem Volksgedärm
09.10.2005 21:12
Wenn ich das bisher Gesagte so überlege, komm' ich mir wie in "Die Physiker" vor. Im dortigen Guglhupf sind alle narrisch bis auf die Chefärztin!

boba fett
09.10.2005 23:48
sollt ich wieder mal lesen, irgendwo hab ich das schwächliche [seiten wohlgemrkt] baendchen…

Ava Tar
09.10.2005 18:01
Es ist ein Trost, daß bis zum Türkei-Beitritt solche Leute ausgestorben sein werden,

die "mit einer Schützenkompanie nach Antalya fahren und eine Feldmesse halten wollen".
Das ist ja wirklich vor-vor-vor-vorgestrig.

Hubert Hofstetter
09.10.2005 22:01

Ich finde das Beispiel von der Schützenkompanie und der Feldmesse als gutes Beispiel für freie Meinungsäußerung und Religionsfreiheit in der Türkei.

Antara7
 
09.10.2005 19:14
Strandmesse mit Zillertaler Schnaps in Antalya

Die armen Orthodoxen! In den 90ern behandelte eine Studie des griechischen Geheimdienstes (EYP) die Gefahren welche verschiedene religiöse Gruppen darstellen würden. Die gefährlichsten Gruppen waren: Katholiken, Protestanten, Mormonen und Zeugen Jehovas. Wie meinte doch der Erzbischof von Griechenland und Athen Christodoulos: "Wir sahen wie sich der Vatikan mit den internationalen Kräften des Bösen verband um jene neue Ordnung einzusetzen, welche dem Antichristen vorausgeht." (Takis Michas, "Unholy Alliance- Greece and Milosevic´s Serbia", 2002) Vielleicht ist es besser wenn Herr Kohl seine "Strandmesse" in Antalya abhält (seine strammen Mannen sind im Sommer eh schon alle dort), in Attika wär´s zu gefährlich.

Gerald Kaspar
 
09.10.2005 18:21
Das ist politische STEINZEIT!!!

Khol war und ist ein ewiger Scharfmacher. Sicher: Es wird mit der Türkei nicht einfach werden - aber wie kann ein in der Öffentlichkeit stehender Politiker so etwas von sich geben!
ES IST BESCHÄMEND, UNERHÖRT, SKANDALÖS - UND EIN (WEITERER) SCHADEN FÜR UNSER LAND (nach der Posse in Brüssel vor einigen Tagen).

xernot maier
09.10.2005 17:09

ach ... diese typen sind einfach grossartig ;))
die tuerkei ist sicher auch dafuer verantwortlich, dass dem dummen kohl die heilige familie abhanden kommt ...

mit großer Sorge
 
09.10.2005 16:45
und die Pfaffen ...

assistieren, brrrrr, mir graust!

noone
09.10.2005 16:31

so das ist also österreich...schickt betrunkene schützen als willkommensgruß nach antalya...vielleicht hat khol über die formalitäten in ankara verhandelt?khol hat die kritik die in der ausländischen presse(die inländische scheint ja zu diesem thema gleichgeschaltet zu sein)geäußert wurde eindrucksvoll bestätigt...fundamentalisten gibt es eben nicht nur im islam aondern auch im christentum...die sind gefährlicher weil man sie nur an soolchen meldungen erkennt und nicht schon am kopftuch...

ach khol du verursachst echt nur blähungen...

Childerich von Bartenbruch
09.10.2005 15:18
die krause vorstellungswelt ...

... eines alternden, zunehmend verblödenden övp-politikers. erbärmlich.

sinan ertugrul
09.10.2005 16:00
das stimmt

Irma la Douce (die Echte)
09.10.2005 15:31
Nööö, Vogelgrippe!

Karl Hofburg
09.10.2005 15:00
Jetzt weiss ich wo die

Wiener Redewendung "Red´ kan Kohl" herkommt ...

Pascal Riché
09.10.2005 14:59

Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was passieren würde, wenn ein türkischer Traditionsverein nach Tirol fährt - und dort ein islamisches Fest feiert ...

LL MM
09.10.2005 23:49

Ja und was würde denn passieren?

In Tirol leben schon seit Jahrzehnten Tausende von Moslems und die feiern natürlich ihre islamischen Feste dort.

Aber ich will Sie nicht dabei stören, wenn Sie sich genussvoll in ihren Vorurteilen suhlen. Sie "Fortschrittlicher"......

der kleine prinz
 
09.10.2005 17:56

sowas ähnliches hab ich mir auch gedacht. die graben den andreas hofer wieder aus ;-)

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