Wo der Sandsturm Wanderdünen baute

8. Oktober 2005, 23:39
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Radtour zur Weikendorfer Remise im Marchfeld

Seit dem Jahre 1927 steht die Weikendorfer Remise im nördlichen Marchfeld unter Schutz. Sie ist ehemaliges "Wüstengebiet", in dem Wanderdünen keine Seltenheit waren und wo sich eine besondere Tier- und Pflanzenwelt entwickelte, wie man sie sonst nirgends in Österreich antrifft. Es bedarf schon einiger Fantasie, um das Wüstenhafte in der Landschaft zu erkennen, die mit viel Mühe im 19. und frühen 20. Jahrhundert aufgeforstet und der Landwirtschaft nutzbar gemacht wurde.

In alten Chroniken finden sich Berichte von Sandstürmen "wie in den Wüsten Ägyptens", und der Name Siehdichfür deutet noch darauf hin, dass man sich vor den heftigen Winden, welche den Sand vor sich hertrieben, in Acht nehmen musste.

Von den Marchfelder Wüsten sind nur mehr kleine Relikte geblieben, die von den Biologen als besonders wertvoll eingestuft werden, obgleich der Sand nur an wenigen Stellen zutage tritt. Die eigenartige Vegetation mit den auffallend verkrüppelten Bäumen und den Wacholderbüschen ist nicht zu verkennen.

Eine Informationstafel am Beginn des Schutzgebietes weist den Wanderer und Radler auf alle Besonderheiten hin. Im Rahmen der Aktion "Natura Trails" haben die Naturfreunde International Folder über mehrere österreichische Schutzgebiete - samt Routenvorschlägen - herausgebracht, darunter auch von der Weikendorfer Remise.

Für eine Wanderung ist die Runde zu lang, sie eignet sich aber ideal für eine Radtour. Da viele "Naturwege" zu befahren sind, sollte man auf Rennräder verzichten. Unbedingt die Bundesamtskarte mitnehmen, denn der Kurs ist schlecht oder gar nicht beschildert!

Die Route: Vom westlichen Ende des Bahnhofs Straßhof fährt man durch die Bealskagasse zum Sportplatz und folgt den Wegweisern "Sanddünenweg" zur Straße Gänserndorf-Markgrafneusiedl. Dort hält man sich kurz rechts und gleich wieder links. Man stößt auf den Radwanderweg B5, schwenkt auf diesem nach links, um das Gut Siehdichfür zu erreichen. Auf der Sandstraße geht es vorbei am Windpark nach Obersiebenbrunn.

Nahe der Ortstafel an der Straße nach Gänserndorf führt ein anfangs asphaltierter Weg zur Heidesiedlung. Später kommt man zu einer Verzweigung, wählt den rechten Ast und erreicht die Weikendorfer Remise, die man umrundet. Bald darauf geht es nach links zum Gut Aspacher und weiter nach Straßhof. (Der Standard, Printausgabe 8./9.10.2005)

Von Bernd Orfer

Gesamtentfernung 25 km, kein Höhenunterschied. Gasthaus in Obersiebenbrunn. Bundesamtskarte 1:50.000, Blatt 42 Gänserndorf).
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