Turbo für UMTS fordert Internetprovider heraus

22. November 2005, 13:31
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Was wäre die Handywelt ohne sperrige Abkürzungen: Nun kommt HSDPA - Datenkarten und Handys werden zu ernsthaften Konkurrenten für Internet aus dem Festnetz

Unter den Festnetz-Internetprovidern wie Telekom Austria oder Inode ist heftige Betriebsamkeit ausgebrochen: Mit Hochdruck wird an Zusatzfeatures wie Fernse hen über das Internet gearbeitet. Grund dafür ist der nächste Schritt in der Entwicklung des neuen Handystandards UMTS.

High Speed Downlink Packet Access

Bereits in den ersten Monaten 2006 werden T-Mobile Austria und auch Markt führer Mobilkom (A1) ihre Netze für HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) frei schalten. Damit sind Daten durchsatzraten von bis zu 1,8 Megabit pro Sekunde möglich, eine deutlich schnellere Verbindung als die meisten der zeitigen privaten Breitbandanschlüsse, die über das Festnetz hergestellt werden.

Ab November

T-Mobile stellte am Freitag dazu die erste Datenkarte vor, die bereits ab November vertrieben wird und je nach Tarif modell ab 49 Euro kostet. Ein Feldversuch mit Testkunden läuft bereits, offiziell freige schaltet wird das HSDPA-Netz aber erst im kommenden März. Die Datenkarte benötigt dann ein Software-Update, das aber über das Netz selbst durchgeführt werden kann.

Kosten

Besonders interessant dürfte ein Umstieg auf die neuen HSDPA-Produkte für diejenigen sein, die bisher ihren Fest netz-Telefonanschluss nur noch wegen der Internetanbindung nicht kündigten. Die Kosten für HSDPA werden sich – so lassen die Betreiber durchblicken – etwa bei den derzeitigen Kosten für einen herkömmlichen ADSL-Anschluss einpendeln. Bild: T-Mobile-Austria-Chef Georg Pölzl und Günther Ottendorfer

Prognosen für die weitere Entwicklung auf dem Internetmarkt seien aber schwer zu treffen, meinte T-Mobile-Austria-Chef Georg Pölzl: "PC-Tower in Wohnungen werden eher am Festnetz angeschlossen bleiben, aber im boomen den Bereich der Laptops ist eine HSDPA-Karte sicher die bessere Alternative."

"Die berühmte Killerapplikation für UMTS ist schlicht das Internet."

Günther Ottendorfer, Tech nikchef der T-Mobile, unter streicht, dass mit der neuen Technologie auch Videostreaming in DVD-Qualität möglich sei. "Die berühmte Killerapplikation für UMTS ist schlicht das Internet." Handys, die auch HSDPA unterstützen, sind noch nicht in den Pipelines der Hersteller zu sehen, sollten aber spätes tens auf der CeBIT im März 2006 im Mittelpunkt des Interesses stehen.

Roaming

"Bewegung" erhofft sich Pölzl auch am Roamingmarkt: Hier seien Tarife von manch mal mehr als 20 Euro pro Megabyte "prohibitiv". (Michael Moravec, DER STANDARD Printausgabe, 8. Oktober 2005)

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