Keine Entwicklung ohne Frauen

2. August 2006, 14:00
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Frauen können in der Entwicklung von Gesellschaften der Motor für Veränderungen und die Überwindung von Tabus sein - in der Entwicklungs­zusammenarbeit spielen sie eine zentrale Rolle

Trotz der Stärkung der Position der Frau in den letzten zwanzig Jahren besteht nach wie vor ein weltweiter Nachholbedarf in Gleichberechtigung und Präsenz von Frauen in Wirtschaft, Politik und am Arbeitsmarkt. Vor allem in den weniger entwickelten Ländern dieser Erde haben Frauen nur in Ausnahmefällen neben ihren Pflichten auch die gleichen Rechte wie Männer. Sie sind am stärksten von Armut betroffen. Sie tragen die Last der Familienversorgung, werden aber wirtschaftlich, gesellschaftlich und rechtlich benachteiligt. Der erste Schritt, um dem Teufelskreis von Armut, Unmündigkeit und Benachteiligung zu entkommen, wäre ein gleichberechtigter Zugang zu Bildung, Gesundheitsvorsorge und Rechtssystem.

OEZA für Frauen

Erfahrungen haben gezeigt, dass die rechtliche und gesellschaftliche Unterstützung und Förderung von Frauen die Entwicklung von Gesellschaften überdurchschnittlich positiv beeinflusst. Frauen sind der Schlüssel zur Armutsbekämpfung, sie bilden den Rückhalt der Gesellschaft und können - organisiert - der Motor für positive Veränderungen und für die Überwindung von Tabus sein. Aus diesem Grund hat die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit die Gleichstellung der Geschlechter und das Empowerment von Frauen als Leitprinzip für all ihre bilateralen Maßnahmen festgeschrieben. Auch die von der UNO proklamierten und von Österreich unterstützten acht internationalen Millenniumsziele tragen dieser Tatsache Rechnung.

dieStandard.at beleuchtet in "Ziele für die Welt" in den nächsten Wochen Hintergründe, stellt Projekte der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit mit ihren Partnerländern vor und fragt nach Zuständen und Fortschritten. Am 17. Oktober, dem Welttag der Armutsbekämpfung, ist der Schwerpunkt gestartet, der Woche für Woche exemplarisch die Situation in gesamt sechs OEZA-Partnerländern beleuchtet:

  • Mosambik: Kleinbäuerinnen organisieren sich und machen eigenständige Geschäfte
  • Uganda: Trotz einer fortschrittlichen Verfassung herrscht weiter das Gewohnheitsrecht. Rechtsberatung für Frauen soll Abhängigkeiten abbauen helfen
  • Palästina: The Parents Circle - Forum zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Israel und Palästina
  • Äthiopien: Tabuthema Genitalverstümmelung: Mit Informationskampagnen auf das Problem aufmerksam machen
  • Nicaragua: Das Stipendienprogramm des Vereins MIRIAM unterstützt Frauen beim Abschluss ihres Universitätsstudiums.
  • Kosovo/Südosteuropa: Die österreichische Ostzusammenarbeit im Kampf gegen den Frauenhandel.
  • (red)
    • Frauen und Mädchen tragen in den Entwicklungsländern die doppelte Last. Von Fortschritt und Entwicklungschancen sind sie oft ausgeschlossen.
      foto: brigitte pilz
      Frauen und Mädchen tragen in den Entwicklungsländern die doppelte Last. Von Fortschritt und Entwicklungschancen sind sie oft ausgeschlossen.
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