Wählerströme und vorläufiges Endergebnis

    5. März 2008, 16:50
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    SPÖ gewinnt von Nichtwählern und ÖVP - FPÖ verliert vor allem an ÖVP - SPÖ 52,2 (+5,7) Prozent, ÖVP 36,3 (+1,0), FPÖ 5,8 (-6,9), Grüne 5,2 (-0,3)


    SORA-Wählerstromanalyse
    (In der Grafik auf "Wählerströme" klicken und jeweilige Partei auswählen)

    SPÖ und ÖVP haben bei der burgenländischen Landtagswahl am Sonntag mit 88 bzw. 85 Prozent einen überwiegenden Großteil ihrer Wähler des Jahres 2000 halten können. Das hat eine Wählerstromanalyse des Instituts SORA für den ORF ergeben. Die Freiheitlichen haben demnach nur etwas mehr als jeden dritten Wähler halten können und in alle Richtungen verloren. Bei den Grünen haben 55 Prozent so gewählt wie schon vor fünf Jahren, wechselseitige Wählerströme gegeben hat es mit SPÖ, ÖVP und den Nichtwählern.

    Die SORA-Wählerstromanalyse weist ähnliche Trends aus wie eine Studie der burgenländischen Landes-EDV. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Analysen zeigt sich aber bei der Behalte-Rate: Die Statistiker des Landes Burgenland haben den Prozentsatz jener Wähler, die sich bereits vor fünf Jahren so entschieden haben wie am heutigen Sonntag, deutlich höher eingeschätzt.

    Der Wahlsieger SPÖ hat von allen Parteien Stimmen gewonnen, vor allem aber von den Nichtwählern und dem Hauptkonkurrenten ÖVP. Immerhin 11 Prozent der SPÖ-Wähler waren vor fünf Jahren dem Urnengang fern geblieben, 6 Prozent kamen von den Schwarzen. Nennenswert (7 Prozent der Wähler des Jahres 2000) verloren haben die Sozialdemokraten nur an die Nichtwähler, 3 Prozent gingen zur ÖVP.

    Die ÖVP hat 6.000 ihrer 69.000 Wähler an die SPÖ verloren. Ein Strom von 7.000 Wählern, die sich vor fünf Jahren für die FPÖ entschieden hatten, macht dieses Minus aber mehr als wett.

    Die FPÖ hat in erster Linie an die ÖVP verloren, und zwar 7.000 Stimmen. Weitere 6.000 der vor fünf Jahren 25.000 FPÖ-Wähler sind diesmal zu Hause geblieben.

    Die Grünen haben mit einer Behalterate von 55 Prozent ihre Wähler besser mobilisiert als die Freiheitlichen. Ihre Zugewinne von SPÖ, ÖVP und Nichtwählern machen ihre Verluste an eben diese aber nicht wett.

    Vorläufiges Endergebnis: SPÖ 52,2 (+5,7) Prozent, ÖVP 36,3 (+1,0), FPÖ 5,8 (-6,9), Grüne 5,2 (-0,3).

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