SORA-Wählerstromanalyse
(In der Grafik auf "Wählerströme" klicken und jeweilige Partei auswählen)
SPÖ und ÖVP haben bei der burgenländischen Landtagswahl am Sonntag mit 88 bzw. 85 Prozent einen überwiegenden Großteil ihrer Wähler des Jahres 2000 halten können. Das hat eine Wählerstromanalyse des Instituts SORA für den ORF ergeben. Die Freiheitlichen haben demnach nur etwas mehr als jeden dritten Wähler halten können und in alle Richtungen verloren. Bei den Grünen haben 55 Prozent so gewählt wie schon vor fünf Jahren, wechselseitige Wählerströme gegeben hat es mit SPÖ, ÖVP und den Nichtwählern.
Die SORA-Wählerstromanalyse weist ähnliche Trends aus wie eine Studie der burgenländischen Landes-EDV. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Analysen zeigt sich aber bei der Behalte-Rate: Die Statistiker des Landes Burgenland haben den Prozentsatz jener Wähler, die sich bereits vor fünf Jahren so entschieden haben wie am heutigen Sonntag, deutlich höher eingeschätzt.
Der Wahlsieger SPÖ hat von allen Parteien Stimmen gewonnen, vor allem aber von den Nichtwählern und dem Hauptkonkurrenten ÖVP. Immerhin 11 Prozent der SPÖ-Wähler waren vor fünf Jahren dem Urnengang fern geblieben, 6 Prozent kamen von den Schwarzen. Nennenswert (7 Prozent der Wähler des Jahres 2000) verloren haben die Sozialdemokraten nur an die Nichtwähler, 3 Prozent gingen zur ÖVP.
Die ÖVP hat 6.000 ihrer 69.000 Wähler an die SPÖ verloren. Ein Strom von 7.000 Wählern, die sich vor fünf Jahren für die FPÖ entschieden hatten, macht dieses Minus aber mehr als wett.
Die FPÖ hat in erster Linie an die ÖVP verloren, und zwar 7.000 Stimmen. Weitere 6.000 der vor fünf Jahren 25.000 FPÖ-Wähler sind diesmal zu Hause geblieben.
Die Grünen haben mit einer Behalterate von 55 Prozent ihre Wähler besser mobilisiert als die Freiheitlichen. Ihre Zugewinne von SPÖ, ÖVP und Nichtwählern machen ihre Verluste an eben diese aber nicht wett.
Vorläufiges Endergebnis: SPÖ 52,2 (+5,7) Prozent, ÖVP 36,3 (+1,0), FPÖ 5,8 (-6,9), Grüne 5,2 (-0,3).
sollte unseren rechtskonservativen zu denken geben, das ein beachtlicher teil einer rechtsextremen partei kein problem hat, zu ihnen zu wechseln .. die övp wird für dem rechtsextremismus nahestehende immer attraktiver .. die strategie von prokop in sachen asyl-gesetzgebung und fremdenrecht geht also auf .. und haider schaut durch die finger und kriegt das grosse zittern .. das kommt davon, sich kernthemen wegnehmen zu lassen ..
Weiß jemand, wie eine solche Wählerstromanalyse funktioniert? Mir kommt das ganze wie Kaffeesudlesen vor. Die Wahlen sind bei uns ja anonym. Wie berücksichtigt man die Erstwähler und jene Wähler der letzten Wahl, die bereits verstorben sind? Es gibt viel zu viele Unbekannte um dann sagen zu können, dass z. B. 1 % der Wähler von einer Partei zur anderen gewandert sind, und diese 2% in der anderen Richtung verloren hat.
Nein, das ist ein weitverbreiteter Irrtum. Die Wählerstromanalyse basiert nicht auf Umfragen, sondern auf den tatsächlichen Ergebnissen.
Hier wird das Verfahren erklärt (von Josef Broukal, als er noch Journalist war):
http://sunsite.univie.ac.at/Austria/e... ukal1.html
Die Verstorbenen bzw. Erstwähler machen jeweils ca. 1/50 (also 2 %) der Wahlberechtigten aus, der daraus resultierende Fehler (fiktiver Wählerstrom) wird in Kauf genommen.
danke für den tipp. das ist schon sehr ORF-spezifisch. zu folgendem satz - "Es muß also Wählerströme geben, die Frage ist nur, wie findet man sie? Einfach gesagt: Durch Versuch und Irrtum." - halt doch die anmerkung, dass wählerstromanalysen üblicherweise auf grund von exit polls erstellt werden, dass also, anders gesagt, befragungen der wähler/innen beim verlassen der wahllokale, beim versuchen & irren hilfreich sein können. zur beruhigung von herrn broukal: es bleibt trotzdem eine "statistische methode".
fessel und ifes haben jedenfalls exit polls bei den letzten nationalratswahlen für die partei-internen hochrechungen gemacht (wer früh wählen geht, wird gern befragt), ob sora welche macht, weiß ich nicht.
Ergänzung: Exit-Polls werden ergänzend gemacht, um zusätzliche Auswertungen zu bekommen (z.B. nach Berufsgruppen, nach Bildungsniveau, nach Geschlecht).
Auf http://sunsite.univie.ac.at/Austria/elections/ gibt es mehrere Artikel zum Thema.
Die im ORF veröffentlichten Wählerstromanalysen (jetzt Sora, früher Uni Wien) basieren definitiv nicht auf Exit-Polls, sondern auf den tatsächlichen Ergebnissen jener Gemeinden, die bereits zu Mittag ihre Wahllokale schließen (und daher am frühen Nachmittag schon fertig ausgezählt sind).
Sie verwenden somit dieselben Daten, die auch den Hochrechnungen zugrunde liegen. Oder anders gesagt: hat die Hochrechnung gestimmt (was jeder selbst überprüfen kann), dann stimmt auch die Wählerstromanalyse.
Genauer erklärt es Prof. Neuwirth:
http://sunsite.univie.ac.at/Austria/e... lstat.html
Auf der ÖVP-HP ist zu lesen:
(http://www.oevp.at/artikel.a... 83&bhcp=1)
ÖVP: 19 Wahlerfolge seit 2000...
...Oktober 2002 - Gemeinderatswahl Burgenland:
Plus 2 Prozent für die ÖVP.
In Wahrheit waren es 1,5%!
Dezember 2000 - Landtagswahl Burgenland:
Stimmenzuwachs auf 35,3 Prozent.
In Wahrheit hatten sie vorher 36,06% und haben
0,7% Stimmenanteil verloren!!!!
In diesem Kontext gesehen, ist ein Gewinn von einem Prozent schon ein durchaus grandioser Erfolg den man nicht umlügen muss - dass es das zweitschlechteste Ergebnis aller Zeiten für die Schwarzen ist, ist eine andere Geschichte!!!
Und jetzt auf zur nächsten Absoluten bei der Wiener Wahl!
1991 ÖVP 65814 Stimmen 38,19%
1996 ÖVP 62991 Stimmen 36,06 %
2000 ÖVP 64750 Stimmen ein plus von 1759 Stimmen
in Prozenten aber etwas weniger 35,33 % !
2005 ÖVP 69576 Stimmen 36,34% ein plus von
4826 Stimmen
Die ÖVP hat nach Stimmen das Ergebnis von
1991 übertroffen, ich sehe hier eine deutliche
Trendwende im Burgenland!
Ich sage nur Nationalratswahlen 2002 die SPÖ erzielt
unter Gusenbauer, das Zweit schlechteste Ergebnis
in der Geschichte der SPÖ, die ÖVP eines der
Besten!
mfg mr.xxx
jetzt schon recht herzlich, wenn ihr nach dem grandiosen Erfolg von gestern euch bei der Nationalratswahhl noch weiter steigern werdet.
Die Wahrheit, Herr Realitätsverweigerer, ist: Die ÖVP ist im Burgenland gestern in die Bedeutungslosigkeit abgerutscht.
das liegt nicht nur daran, dass die FPÖ der ÖVP einige tausend Stimmen geschenkt hat, sondern auch an den tausenden von neuen (jungen) Wählern. Diese konnten von der Schüssel-Jugend (auch JVP) relativ gut mobilisiert werden. Einfach Analyse genau anschaun und dann weiter schreiben...
sachlichkeit? vergessen sie's:
es wird immer - wie dieses forum auch tagtäglich unter beweis stellt - menschen geben denen vor lauter raunzen und selbstmitleid der blick auf die (gar nicht mal so üble) politische realität verstellt bleibt.
sie habens eben schwer die roten:
wie soll man den über den tellerand blicken, z.b. nach italien, frankreich, deutschland wenn immer des schnitzerl drüberhängt...
was sie sagen würden, wenn in österreich so demonstriert bzw. gestreikt würde wie in frankreich, italien und auch in deutschland gegen hartz IV.
gibt's mal eine demo oder ein streikerl in österreich, heißt's von den selbsternannten "nicht-raunzern" sofort, dass politik nicht auf die straße getragen werden darf.
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