SPÖ gewinnt von Nichtwählern und ÖVP - FPÖ verliert vor allem an ÖVP - SPÖ 52,2 (+5,7) Prozent, ÖVP 36,3 (+1,0), FPÖ 5,8 (-6,9), Grüne 5,2 (-0,3)
SORA-Wählerstromanalyse
(In der Grafik auf "Wählerströme" klicken und jeweilige Partei auswählen)
SPÖ und ÖVP haben bei der burgenländischen
Landtagswahl am Sonntag mit 88 bzw. 85 Prozent einen überwiegenden
Großteil ihrer Wähler des Jahres 2000 halten können. Das hat eine
Wählerstromanalyse des Instituts SORA für den ORF ergeben. Die
Freiheitlichen haben demnach nur etwas mehr als jeden dritten Wähler
halten können und in alle Richtungen verloren. Bei den Grünen haben
55 Prozent so gewählt wie schon vor fünf Jahren, wechselseitige
Wählerströme gegeben hat es mit SPÖ, ÖVP und den Nichtwählern.
Die SORA-Wählerstromanalyse weist ähnliche Trends aus wie eine
Studie der burgenländischen Landes-EDV. Ein wesentlicher Unterschied
zwischen den beiden Analysen zeigt sich aber bei der Behalte-Rate:
Die Statistiker des Landes Burgenland haben den Prozentsatz jener
Wähler, die sich bereits vor fünf Jahren so entschieden haben wie am
heutigen Sonntag, deutlich höher eingeschätzt.
Der Wahlsieger SPÖ hat von allen Parteien Stimmen gewonnen, vor allem
aber von den Nichtwählern und dem Hauptkonkurrenten ÖVP. Immerhin 11
Prozent der SPÖ-Wähler waren vor fünf Jahren dem Urnengang fern
geblieben, 6 Prozent kamen von den Schwarzen. Nennenswert (7 Prozent
der Wähler des Jahres 2000) verloren haben die Sozialdemokraten nur
an die Nichtwähler, 3 Prozent gingen zur ÖVP.
Die ÖVP hat 6.000 ihrer 69.000 Wähler an die SPÖ verloren. Ein
Strom von 7.000 Wählern, die sich vor fünf Jahren für die FPÖ
entschieden hatten, macht dieses Minus aber mehr als wett.
Die FPÖ hat in erster Linie an die ÖVP verloren, und zwar 7.000
Stimmen. Weitere 6.000 der vor fünf Jahren 25.000 FPÖ-Wähler sind
diesmal zu Hause geblieben.
Die Grünen haben mit einer Behalterate von 55 Prozent ihre Wähler
besser mobilisiert als die Freiheitlichen. Ihre Zugewinne von SPÖ,
ÖVP und Nichtwählern machen ihre Verluste an eben diese aber nicht
wett.
Vorläufiges Endergebnis: SPÖ 52,2 (+5,7) Prozent, ÖVP 36,3 (+1,0), FPÖ 5,8 (-6,9), Grüne 5,2 (-0,3).