BA-CA steigt in Rumänien ins Bauspar-Geschäft ein

15. November 2005, 19:55
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Neue Bausparkasse HVB Banca pentru Locuinte gegründet - Deutsche Vereinsbank Victoria Bauspar AG hält 55 Prozent-Mehrheit

Wien - Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) steigt in Rumänien ins Bauspargeschäft ein. An der neu gegründeten Bausparkasse HVB Banca pentru Locuinte ist die BA-CA mit 35 Prozent beteiligt, knapp 10 Prozent hält die rumänische BA-CA-Tochter HVB Bank Romania, wie die BA-CA am Freitag mitteilte. Die restlichen 55 Prozent stehen im Eigentum der deutschen Vereinsbank Victoria Bauspar AG.

Vertriebspartner sind die Spar- und Kreditgenossenschaft CreditCoop, die mit 900 Filialen und Verkaufsbüros vor allem im ländlichen Raum vertreten ist. Darüber hinaus werden die Produkte über die mehr als 70 Bankstellen der HVB Bank Romania und der Banca Tiriac sowie über rund 500 Vermittler im mobilen Vertrieb angeboten. Die Zahl der mobilen Vermittler soll 2006 auf ebenfalls 1.000 aufgestockt werden.

Verkaufsziel 2005

Verkaufsziel für 2005 sind 15.000 Bausparverträge. Ab 2006 soll das Volumen kontinuierlich auf 125.000 Verträge pro Jahr gesteigert werden. "Über die HVB Banca pentru Locuinte haben wir die Möglichkeit, auch Personen mit kleinen oder mittleren Einkommen die Finanzierung eines Eigenheims zu ermöglichen. Das Potenzial dafür ist in Rumänien besonders hoch", so Regina Prehofer, für Zentral- und Osteuropa zuständiges Vorstandsmitglied bei der BA-CA.

In der Ansparphase zahlt die HVB Banca pentru Locuinte 3 Prozent Zinsen, die Kreditzinsen liegen bei 6 Prozent. Die Bausparförderung beträgt 15 Prozent, maximal jedoch 150 Euro. Das ist mehr als die Hälfte des durchschnittlichen monatlichen Bruttoeinkommens von 230 Euro.

Die rechtlichen Voraussetzungen zum Bausparen wurden in Rumänien 2003 geschaffen. In anderen Ländern Zentral- und Osteuropas (CEE) ist Bausparen schon seit längerem möglich. In der Slowakei wurde das Bausparsystem 1992 eingeführt. In Ungarn gingen die ersten Bausparkassen 1996 an den Start, in Kroatien 1997. In Kroatien und Slowenien haben derzeit noch weniger als 10 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahre einen Bausparvertrag.

Bausparkaiser Tschechien

Bausparkaiser in Mittel- und Osteuropa (CEE) ist Tschechien, wo Bausparen seit 1993 möglich ist. Heute hat bereits mehr als die Hälfte der Tschechen über 15 Jahre einen Bausparvertrag. Den zweiten Platz nimmt die Slowakei ein, wo jeder Fünfte Bausparer ist.

Die HVB Bank Romania ist eine Tochter der BA-CA, die innerhalb der HVB Group für die Märkte in Zentral- und Osteuropa verantwortlich ist. Anfang September hat die BA-CA mit der rumänischen Banca Tiriac ihre Vereinbarung zur Fusion mit der HVB Bank Romania geschlossen. Mit einer Bilanzsumme von 2,1 Mrd. Euro, 72 Geschäftsstellen und über 720.000 Kunden werde die neue Bank die Nummer 4 in Rumänien sein, heißt es. Mit einem Marktanteil von 7,5 Prozent werde sie vor der zur Privatisierung anstehenden rumänischen Sparkasse CEC (5,9 Prozent, Nummer 5) rangieren. (APA)

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