Gerücht: Gudenus könnte auf Unzurechnungsfähigkeit setzen

7. Oktober 2005, 16:42
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Entscheidung über Anklage "in den nächsten Tagen" - Voruntersuchungen der U-Richterin abgeschlossen

Wien - Der Fall des früher freiheitlichen Bundesrats John Gudenus ist wieder bei der Staatsanwaltschaft. Die Voruntersuchungen der U-Richterin Andrea Wolfrum sind abgeschlossen, teilte die Sprecherin des Straflandesgerichts, Alexandra Mathes, am Donnerstag der APA mit. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird die Entscheidung, ob nun Anklage erhoben wird, "sicher in den nächsten Tagen" fallen.

Weitere Einvernahmen?

Am Donnerstag stand eine Einvernahme mit Gudenus auf dem Programm, Details dazu waren jedoch nicht zu erfahren. Auch ob weitere Einvernahmen angesetzt wurden, werde erst Anfang nächster Woche mitgeteilt, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft, Otto Schneider.

Gudenus war Mitte September vom Wiener Landtag zum zweiten Mal der Justiz ausgeliefert worden. Die Voruntersuchungen beschäftigten sich mit dem Verdacht der Wiederbetätigung. Gegenstand war nun auch ein Besuch des umstrittenen Ländervertreters im Konzentrationslager Mauthausen, wo er am 4. Mai im Rahmen einer Fotoausstellung gemeint hatte, die jugendlichen Häftlinge würden "eigentlich ganz gut aussehen". Er selbst sehe schlechter aus.

Unzurechnungsfähig?

Die Anklagebehörde prüft, ob diese Aussage nicht die NS-Verbrechen verharmlost und damit Par. 3h Verbotsgesetz erfüllt. Bereits seit Ende Juni steht fest, dass die Justiz gegen den Bundesrat wegen möglicher Wiederbetätigung im Zusammenhang mit einem Zeitungsinterview vorgehen wird. Gudenus hatte darin erklärt: "Es gab Gaskammern, aber nicht im Dritten Reich. Sondern in Polen. So steht es auch in Schulbüchern." Gerüchten zufolge könnte sich Gudenus in Richtung Unzurechnungsfähigkeit verantworten. (APA)

  • Die Causa Gudenus soll in den nächsten Tagen entschieden werden
    foto: standard/corn

    Die Causa Gudenus soll in den nächsten Tagen entschieden werden

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