Neue 24-Stunden-SB-Zonen

29. November 2005, 13:00
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200 Postämter in Landes- und Bezirkshauptstädten sollen bis 2010 erneuert und erweitert werden - Automaten für Rund-um-die-Uhr-Abholung von Paketen ab nächstem Jahr

Wien - Die Österreichische Post AG will in ihren 200 wichtigsten Filialen rund um die Uhr geöffnete Selbstbedienungszonen einrichten. In einer Filiale in der Wiener City hat die Post am Donnerstag ihre erste SB-Zone eröffnet. Insgesamt will die Post in den nächsten fünf Jahren für rund 45 Mio. Euro ihr Filialnetz erneuern, sagte der zuständige Vorstand, Herbert Götz, am Rande der Eröffnung zur APA.

Vorerst bietet die Post im SB-Bereich nur Bankdienste an. Neben einem Bankomaten hat das Unternehmen auch Automaten für Bankeinzahlungen und Banküberweisungen sowie ein Kopiergerät aufgestellt.

Ab dem kommenden Jahr soll das Foyer dann aber auch um Post-Services erweitert werden. Geplant sind unter anderem elektronische Schalter für die Aufgabe von Einschreibbriefen und für die Rund-um-die-Uhr-Abholung von Paketen, erklärte Götz.

Keine neuen Personaleinsparpläne

Dass hinter der Automatisierung auch neue Personaleinsparpläne stehen könnten, dementiert der Post-Vorstand. Ziel sei ein verbesserter Kundennutzen und, dass die Post-Bediensteten am Schalter künftig mehr Zeit zur Betreuung und Beratung der Kunden haben. Ausbauen will die Post vor allem ihre Finanzberatung: etwa im Bereich Wertpapiere, Versicherungen und Kredite.

Erneuert und durch SB-Zonen erweitert werden sollen nach den jetzigen Plänen sämtliche Hauptpostämter in den Landes- und Bezirkshauptstädten. Auch in Wien werden zumindest die jeweiligen Hauptpostämter pro Bezirk, aber auch jene Filialen mit besonders hohen Frequenzen erneuert.

Am ersten auf diese Weise neu ausgestatteten Postamt in der Wiener Herrengasse (1014) etwa werden rund 5 Prozent sämtlicher Wiener Briefe aufgegeben. Neben einem SB-Foyer hat die Filiale auch einen 153 Quadratmeter großen Shop mit 1.500 Büro-, Geschenk- und Telekom-Artikeln bekommen - Kostenpunkt für den Gesamtumbau auf Grund des Denkmalschutzes für das Gebäude, das das Postamt beherbergt, teure 750.000 Euro.

30 bis 40 Filialen pro Jahr

Jedes Jahr sollen weitere 30 bis 40 Filialen auf diese Weise umgebaut werden. Die nächsten werden die Postämter in Murau, Mürzzuschlag, Schladming, Knittelfeld, Imst und Schärding sein, dort will man allerdings etwas billiger davon kommen: Das veranschlagte Jahresbudget beträgt 9 Mio. Euro. Außerdem sollen pro Jahr etwa fünf neue Postämter dazu kommen, dort wo neue Ballungszentren entstehen.

In kleinen Gemeinden dagegen hat die Post im ersten Halbjahr rund 300 Postämter geschlossen. Private Postanbieter wie Redmail (Styria und niederländische Post) und GLS (britische Post) haben daraufhin vereinzelt gezielt in diesen Orten Filialen eröffnet, um der Post Konkurrenz zu machen.

An eine Wiedereröffnung der Postämter sei aber dennoch nicht gedacht, erklärte Götz. Stattdessen wolle man eben mit den größeren neuen Filialen in den Ballungszentren, aber auch mit einer verstärkten Betreuung der Kunden durch den Briefträger punkten.

Nutzen für Kooperationspartner

Wesentlichen Nutzen aus den Filialumbau und den neuen Selbstbedienungsfoyers der Post zieht auch deren Kooperationspartner, die BAWAG P.S.K. Einen Extra-Zuschuss von der Bank wird es für die Post aber nicht geben.

Der Vize-Chef der BAWAG P.S.K., Stephan Koren, erklärte zwar, dass das SB-Konzept "der Zug der Zeit" sei und daher auch "sukzessive auf die Post ausgedehnt" werden müsse. Was die BAWAG P.S.K. im Rahmen des bis 2012 bestehenden Vertrages an die Post zahle, sei aber "mehr als ausreichend", so Koren zur APA.

An eine direkte Beteiligung der Bank an der Post denkt Koren derzeit nicht. "Im Moment besteht keine derartige Absicht", betonte der ehemalige P.S.K.-Generaldirektor. Die Österreichische Post soll im ersten Halbjahr nächsten Jahres zu bis zu 49 Prozent an die Börse gebracht werden. (APA)

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Post AG
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