Regierungen halten Staatshilfen für Airbus A350 zurück

7. November 2005, 14:47
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Airbus will, dass ein Drittel der Kosten als Kredite von den beteiligten vier Regierungen vorgestreckt wird

London - Die Regierungen der vier Airbus-Partner Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien werden ihre geplanten Hilfen für das neue Langstreckenflugzeug A350 vorerst zurückhalten.

Wie das britische Verkehrsministerium am Donnerstag in London mitteilte, sollen nach einer Vereinbarung zwischen allen Ländern die geplanten zinsgünstigen Kredite für den Bau des neuen Flugzeuges nicht ausgezahlt werden, solange es noch eine "glaubhafte Perspektive für Verhandlungen" mit den USA im Streit um Subventionen im Flugzeugbau vor der Welthandelsorganisation (WTO) gibt.

Medienbericht

Die britische Regierung reagierte damit auf einen Bericht der "Financial Times" (Donnerstagausgabe), wonach London schriftlich bereits 380 Mio. Pfund (557 Mio. Euro) für den A350 zugesagt habe. Ein Ministeriumssprecher betonte, London habe in einem Brief an Airbus lediglich seine generelle Unterstützung des Projektes kundgetan.

Er bestätigte gleichzeitig, dass eine Anfrage von Airbus für konkrete Hilfen bereits eingegangen sei. Wie und wann diese behandelt werde, sei aber vertraulich.

Airbus will, dass ein Drittel der Kosten als Kredite von den beteiligten vier Regierungen vorgestreckt wird. Die USA sehen dies als unzulässige Beihilfe. Mit der EU streitet sich Washington vor der WTO bereits seit einem Jahr über die Zulässigkeit von Subventionen für den zivilen Flugzeugbau.

Brüssel wirft den USA seinerseits vor, den Airbus-Konkurrenten Boeing indirekt über Militärprogramme und Aufträge über die Raumfahrtbehörde NASA zu unterstützen. (APA)

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    foto: airbus
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