Italien: Kampagne von Oliviero Toscani verboten

4. November 2005, 16:55
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Bekleidungsfirma RaRe muss auf Werbung mit zwei Homosexuellen verzichten

Star-Fotograf Oliviero Toscani, der jahrelang umstrittene Werbekampagnen für die Bekleidungsfirma Benetton gestaltet hat, sorgt wieder für Aufsehen. Italiens Institut zur Werbungskontrolle hat eine Kampagne mit zwei Homosexuellen für die Bekleidungsfirma RaRe verboten.

"Diese Werbung zeigt auf vulgäre und provokatorische Weise Szenen aus der intimen Sphäre. Die Bilder wollen um jeden Preis die Aufmerksamkeit wecken, verletzen dabei die Sensibilität der Leute", hieß es im Urteil des Instituts, das in Italien dafür sorgt, dass die Werbung in Italien nicht obszön oder religionsfeindlich ist. Die Bekleidungsfirma muss nun auf die Werbekampagne verzichten.

"Es handelt sich weder um Zensur noch um Diskriminierung gegenüber den Homosexuellen. Es geht um Sensibilität und um Schutz der Minderjährigen. Bei einem Hetero-Paar hätten wir gleich bewertet", betonte ein Sprecher des Instituts.

"Opfer einer Verfolgungskampagne"

Toscani protestierte wegen des Beschlusses. "Ich bin Opfer einer Verfolgungskampagne", kritisierte Toscani. Der Starfotograf ist durch seine kontroversiellen Arbeiten schon öfter in die öffentliche Diskussion geraten. Er war auch verantwortlich für Plakate, die einen neugeborenen Säugling, die blutgetränkte Kleidung eines getöteten jugoslawischen Soldaten oder einen Aids-Kranken zeigten. (APA)

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