Galileo durch Streit um Finanzierung in Gefahr

13. Oktober 2005, 11:55
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Deutschland hält Gelder zurück - Konflikt um Standorte beim europäischen Satellitennavigationssystem

Streit um Finanzierung und Standorte gefährdet das geplante europäische Satellitennavigationssystem Galileo. Wenn bis Ende Oktober keine Lösung für die Aufteilung der zusätzlichen Kosten gefunden werde, stehe das ganze Galileo-Projekt in Frage, sagte der Präsident der italienischen Weltraumbehörde ASI, Sergio Vetrella, der Zeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe). Er warf vor allem Deutschland Verzögerungstaktik vor. Die deutsche Seite weigere sich bisher, zusätzliche Kosten für die 2006 beginnende Startphase des Projekts in Höhe von rund 430 Mio. Euro mitzufinanzieren.

Aufgabenverteilung unklar

Der Vorstandschef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt in Köln, Sigmar Wittig, bestätigte; "Wir werden unseren Beitrag erst freigeben, wenn die Aufgabenverteilung geklärt ist." Seinen Angaben zufolge geht es vor allem um den Zuschlag für das Galileo-Kontrollzentrum. Neben Oberpfaffenhofen bei München und dem italienischen Fucino bei Rom haben auch Frankreich und Spanien Ansprüche angemeldet.

Ansprüche bekräftigt

Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) hatte bereits mehrfach die deutschen Ansprüche bekräftigt und mit dem Aus für das Prestigeprojekt gedroht. Deutschland hat mit rund 100 Mio. Euro bisher den größten Teil der von den Mitgliedstaaten aufgebrachten Entwicklungskosten gezahlt. Das Galileo-Projekt wurde von der EU und der europäischen Weltraumorganisation ESA initiiert und soll dem US-System GPS Konkurrenz machen. Es soll ab dem Jahr 2008 eine breite Palette von Dienstleistungen rund um die satellitengestützte Ortsbestimmung anbieten.(APA/AFP)

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