Uniqa ab 2007 mit Preisreduktion für sichere Wenigfahrer

7. November 2005, 14:09
3 Postings

Kfz-Prämien sollen im nächsten Halbjahr stabil bleiben - ab 2007 soll es Prämie für sichere Wenigfahrer geben

Wien - Die UNIQA-Versicherung wird im kommenden halben Jahr die Kfz-Prämien stabil halten - angepasst an die Verbraucherpreisentwicklung. Eine Preisreduktion soll es aber ab 2007 für sichere Wenigfahrer geben, erklärte Vorstandssprecher Johannes Hajek am Mittwoch vor Journalisten. Sehr zufrieden zeigte er sich mit den Kosteneinsparungen durch günstige Reparaturen, wie etwa die Beseitigung eines Steinschlages auf einer Windschutzscheibe statt einer Scheibenauswechslung.

Das neue Versicherungsschema für Wenigfahrer basiert auf einem satellitengestützen System, das die Strecke des Autofahrers registriert und daran die Versicherungssumme anpasst. 2006 soll der erste Pilotversuch abgewickelt sein, erklärte Technologiepartner IBM. Die Abrechnung soll, ähnlich wie bei Handyrechnungen, über eine Grundgebühr und ein Kilometergeld erfolgen. Je weniger und je sicherer gefahren wird, desto geringer die Versicherungskosten, so Hajek. Das größte Versicherungsunternehmen in Großbritannien, die Norwich Union, bietet bereits seit Anfang 2005 eine kilometerabhängige Versicherung ("Pay as you drive") an.

Fragen des Datenschutzes

Geklärt werden müssen unter anderem noch Fragen des Datenschutzes und welche möglichen Zusatzdienste mit dem Satellitenmodell noch angeboten werden. Denkbar wäre etwa die Nutzung als Mauterfassungssystem, dies werde aber nicht getestet, so IBM-Bereichsleiter Axel Preiss. Eine Mauterfassung sei eine Frage der Politik, hielt IBM fest.

Das System ließe sich aber auch als Car-Finder einsetzen, der ein gestohlenes Auto lokalisiert. Nahe liegend wäre auch die Kombination mit einem Navigationssystem. Die Verbindung mit einem Handynetz macht eine Notruf-Funktion möglich: In einem Notfall könnte der Fahrer einen Alarm über GSM absetzen, das System lokalisiert den Wagen und schickt Hilfe. Unternehmen könnten das System für das Fuhrpark-Management verwenden, ähnlich wie bestehende Tracking-Systeme.

Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Wenn sicheres Fahren sich finanziell lohnt, könnte das neue Modell auch zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr motivieren. "So wie man am Handy lange Gespräche lieber in den billigen Tageszeiten führt, nutzt man vielleicht auch im Auto dann lieber die sicheren und billigen Zeiten und Straßen und vermeidet teure Fahrten mit höherem Risiko", gab die Versicherung zu bedenken.

Das Satellitensystem soll folgendermaßen funktionieren: Das Auto wird über Satellit mit GPS lokalisiert, die Positionsdaten werden über das Handy-Netz an einen zentralen Computer übertragen. Als GPS-Empfänger und GSM-Sender dient eine kleine Navi-Box, die ins Auto eingebaut wird, ähnlich wie ein Navigationssystem oder ein Car-Finder gegen Diebstahl. Der Computer gleicht die Navigationsdaten mit einer Landkarte ab ("Mapping"), daraus können dann Fahrkilometer und Strecken abgelesen und die Prämie kalkuliert werden. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Wer wenig und sicher fährt, soll weniger Versicherung zahlen.

Share if you care.