Puerta gedopt ins French-Open-Finale?

5. Oktober 2005, 19:46
8 Postings

Argentinier droht als Wiederholungstäter eine lebenslange Sperre, der wehrt sich gegen Vorwürfe

Paris - Mariano Puerta hat nach seiner Finalniederlage gegen Rafael Nadal bei den French Open am 5. Juni eine positive Dopingprobe abgegeben. Das berichtete die französische Sporttageszeitung "L'Equipe" am Mittwoch unter Berufung auf im renommierten Labor Chatenay-Malabry untersuchte A- und B-Proben. Im Urin des Argentiniers fand sich die verbotene stimulierende Substanz Etilefrin.

Bereits einmal gesperrt

Puerta war bereits im Jänner 2004 von der ATP für neun Monate gesperrt worden, nachdem ihm die Einnahme des anabolen Steroids Clenbuterol nachgewiesen worden war. Als mildernder Umstand für die von Oktober 2003 bis Juli 2004 wirksame Suspendierung wurde die Einnahme als Teil eines Asthma-Mittels angeführt. Als "Wiederholungstäter" droht der aktuellen Nummer 10 der Welt nun allerdings sogar eine lebenslange Sperre, sollten sich die Informationen der "L'Equipe" bestätigen.

Selbst auf ein Erstvergehen mit Etilefrin, das üblicherweise in der Medizin gegen zu niedrigen Blutdruck eingesetzt wird, steht laut internationalen Richtlinien eine zweijährige Sperre. Laut Angaben der "L'Equipe" könne Puerta, der derzeit als Top-Gesetzer beim Turnier in Tokio in der dritten Runde steht, diese Suspendierung nur umgehen, wenn er "mildernde Umstände" vorweisen kann.

"Ich bin sehr böse"

Puerta hat noch am Mittwoch in Tokio den Wahrheitsgehalt der "L'Equipe"-Meldung bestritten. "Ich bin sehr böse, habe bereits mit meinen Anwälten gesprochen. Das ist ein sehr empfindlicher Punkt, der nicht wahr ist", erklärte Puerta, der sich darüber verwundert zeigte, dass ihn von Seiten des Internationalen Tennis-Verbandes (ITF) oder der ATP noch niemand kontaktiert hat.

"Zeitungen können alles ohne Beweise behaupten. Wenn ein Argentinier Doping nimmt, dann sollen sie ihn finden. Ich habe nichts genommen, was ich nicht nehmen hätte sollen", beteuerte der Paris-Finalist seine Unschuld. "Nach meinem ersten positiven Dopingtest bin ich sehr vorsichtig geworden. Ich trinke nicht einmal mehr Orangensaft."

Argentinien hat ein Doping-Problem

Puerta war bereits in der Vergangenheit mit Doping in Verbindung gebracht worden. Der dreifache ATP-Turniersieger - 2005 gewann er das Turnier in Casablanca - ist nach Guillermo Canas (2005 für zwei Jahre gesperrt), Martin Rodriguez (alle Weltranglisten-Punkte annulliert), Guillermo Coria (2001 für sieben Monate gesperrt) und Juan Ignacio Chela (2000 für drei Monate gesperrt) der fünfte argentinische Tennisprofi, der in den vergangenen Jahren positiv getestet worden ist.(APA/ag.)

  • Es war ein großes Finale in Paris, Puerta (rechts) verließ den Platz als Verlierer.

    Es war ein großes Finale in Paris, Puerta (rechts) verließ den Platz als Verlierer.

Share if you care.