Ein Blick auf unbekannte Seiten der Denkmäler

2. November 2005, 21:44
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Sonderführungen erinnern an Wiederaufbau

Wien - Stephansdom, Staatsoper, Burgtheater oder Riesenrad: Ein Großteil der österreichischen Kulturgüter und Touristenattraktionen wurde bei den Bombardierung der Alliierten im Zweiten Weltkrieg zerstört und danach im Eiltempo möglichst originalgetreu rekonstruiert. Der Wiederaufbau dieser und anderer identitätsstiftender Bauwerke ist Thema des diesjährigen Tags des Denkmalschutzes in Wien, der seit 1991 auf Initiative des Europarates gefeiert wird.

Kommenden Sonntag, am 9. Oktober, gibt es die Gelegenheit, normalerweise nicht öffentlich zugängliche Bereiche von Wiener Baudenkmälern zu besichtigen. Bei freiem Eintritt werden spezielle Führungen, etwa durch die Repräsentationsräume des Bundeskanzleramtes, die Hauptuniversität, die Jüdische Synagoge, das Gänsehäufel oder den Schlosspark Schönbrunn angeboten.

Flaktürme als Mahnmal

Weiters gibt es die Möglichkeit, vom Flakturm im Arenbergpark einen Blick auf Wien zu werfen. Die Flaktürme, deren Abriss oder Neunutzung schon häufig diskutiert wurde, sind Barbara Neubauer, Landeskonservatorin für Wien, ein besonderes Anliegen: "Diese Bunker transportieren - abseits von Balkons, die herumgeführt werden - Geschichte und repräsentieren die Gräuel des Krieges. Sie sollten endlich als Mahnmale, etwa für ein Museum des Widerstands, genutzt werden."

Denkmalpflege würde zunehmend zum Problem, sagte Neubauer und warnte davor, dass "durch Umbauten und Ansprüche der Ökonomie die Denkmäler des Wiederaufbaus sukzessive ausgelöscht" würden. (kri, DER STANDARD Printausgabe, 05.10.2005)

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