Istanbuler Börse auf Rekordhoch

20. November 2005, 20:11
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Beginn der Beitrittsverhandlungen brachte auch Impulse für kroatische Privatisierungen

Istanbul/Zagreb – Die Kapitalmärkte in der Türkei sowie in Kroatien reagierten positiv auf die jüngsten Entwicklungen in Sachen europäischer Integration der beiden Staaten: Die Kurse türkischer Aktien stiegen am Dienstag auf Rekordhöhe, der Leitindex IMKB-ZU100 mit fast vier Prozent über dem Vortagesschluss. So bewegten sich die Landeswährungen – die neue türkische Lira sowie die kroatische Kuna – nach längerem stetigen Bergab im Vergleich zum US-Dollar wieder nach oben. Das ist ein Zeichen dafür, dass Investoren die Landeswährungen verstärkt nachfragen.

"Meilenstein"

"Die Entscheidung, mit Kroatien Verhandlungen über einen EU-Beitritt zu beginnen, ist sicherlich ein Meilenstein für die gesamte Integration Südosteuropas", sagt Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt. Die in den letzten Jahren nachlassenden ausländischen Direktinvestitionen würden nunmehr wieder ansteigen.

Neben zusätzlichen Privatisierungen, neben der zweiten Tranche der Privatisierung von INA, stehen etwa die Veräußerung des Elektrizitätsunternehmens HEP und der Versicherung Osiguranje noch bevor, weiters Fremdenverkehrsprojekte. Ein schwieriges Projekt werde die Privatisierung der Schiffsindustrie sein. Österreichische Firmen hatten bisher einen Anteil von rund einem Viertel bei den Direktinvestitionen.

"Das Land, das nervt"

Die Istanbuler Tageszeitung Hürriyet, mit Abstand größte Zeitung der Türkei, rechnete am Dienstag vor, dass "Österreich, das Land, das uns nervt" mit der türkischen Regierung Geschäfte in Höhe von 1,5 Milliarden Euro macht. Österreichs Handelsdelegierter Richard Bandera ist einen Tag nach dem EU-Entscheid im Gespräch mit dem Boulevardblatt um Kalmierung bemüht: "Politik und Geschäft sind verschiedene Dinge." (szem, ung, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2005)

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