Klaus Ortner erwarb weitere Porr-Aktien

14. Oktober 2005, 13:46
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Der Tiroler Unternehmer hat seit 1998 um 52 Millionen Euro Porr-Aktien gekauft. Mit der jüngsten Neuerwerbung hält er nun knapp 30 Prozent

Wien – Nach der B&C-Stiftung hat nun auch der Tiroler Haustechnik-Unternehmer, Porr- Präsident Klaus Ortner, von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht und seinen Anteil am Baukonzern Porr aufgestockt. Verkäufer der Aktien war in beiden Fällen die Wiener Städtische Versicherung, die ihren Porr-Anteil im Syndikat von 22 auf zehn Prozent reduzierte. Im bestimmenden Porr-Syndikat hat die von der BA-CA gegründete B&C-Stiftung nun 45 Prozent und die Ortner-Gruppe knapp 30 Prozent. Karl Schmutzer, Geschäftsführer der B&C-Stiftung kommentierte Ortners Zukauf nur knapp: "Das ist sein gutes Recht."

Konkret erwarb Ortner am Dienstag 4,9 Prozent zum Preis von 7,6 Millionen Euro. Hätte Ortner nicht aufgegriffen, hätte die B&C-Stiftung auch seinen Anteil gekauft und wäre mit knapp 50 Prozent de facto Mehrheitseigentümer von Österreichs zweitgrößten Baukonzern. Ortners Ziel ist es, "die erfolgreiche Zusammenarbeit als starker Partner im Syndikat fortzusetzen". Entscheidend war auch "die erfreuliche aktuelle Entwicklung und das hohe Zukunftspotenzial des Porr-Konzerns.

52 Millionen Euro für Porr-Aktien

Ortner stieg 1998 mit zunächst acht Prozent bei der Porr ein und kaufte systematisch Aktien zu. Seit damals gab der Tiroler (nach heutigen Kurswert) immerhin 52 Millionen Euro für Porr-Aktien aus. Da sind jene 1,8 Prozent, die seine Frau hält, noch nicht inbegriffen. Dieser Anteil sei auch streng getrennt zu sehen. "Meine Gattin hat mit mir nichts zu tun", meinte Ortner scherzhaft wegen der strengen Bestimmungen des Übernahmerechts.

Ob und wenn ja wie viele Aktien er gegebenenfalls noch zukaufen wolle, lässt Ortner offen. "Es ist nicht mein Ziel, meinen Anteil unbedingt zu vergrößern, aber sollte es ein Angebot geben, könnte man sich überlegen, eine Gruppe zu bilden, die die Aktien aufgreift." Das allerdings sei derzeit reine Spekulation, da das bestehende Syndikat erst 2008 gekündigt werden kann. Umgekehrt würde er jetzt auch keine Aktien abgeben, denn die Porr habe sich "als wertvolles Investment erwiesen", mit dem er sehr glücklich sei.

Einfacher wird es für ihn sicher nicht, denn ab 2006 tritt das Gesellschaftsänderungsgesetz in Kraft, wonach alle Geschäfte eines Aufsichtsrats mit dem Unternehmen vom gesamten Aufsichtsrat zu genehmigen sind. Probleme sieht Ortner dabei nicht, denn das Auftragsvolumen lag bisher "in schwachen Jahren bei 3,5 bis vier Mio. Euro und in den besten Jahren bei 15 Millionen Euro", sagte Ortner.

Vorstand soll aufgestockt werden

Nach dem Wechsel von Ex-Porr-Vorstand Martin Huber an die Spitze der ÖBB, könnte der nunmehr vierköpfige Porr-Vorstand wieder aufgestockt werden. Ortner: "Den Vorstand wird man wieder verstärken müssen." Einen konkreten Zeitpunkt nannte er aber nicht.

Die Porr erwartet heuer mit 9500 Mitarbeitern einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro, davon stammt erstmals mehr als ein Drittel aus dem Ausland. Durch die Begebung einer Anleihe im Volumen von 72 Mio. Euro und weil die Tochter UBM ihre Schulden bei der Mutter tilgte, sanken die Bankverbindlichkeiten bei der Porr von 800 Mio. auf unter 300 Mio. Euro.

Klaus Ortner: Vom Installateur zum Haustechniker

Klaus Ortner (61) trat 1968 in den vom Großvater 1902 gegründeten Installationsbetrieb ein. Unter seiner Führung entwickelte sich die Gruppe mit Sitz in Innsbruck und Wien zu einem führenden Haustechnik-Unternehmen mit 1500 Mitarbeitern und einem Umsatz von 230 Millionen Euro.

In Polen ist Ortner mittlerweile der größte Haustechnik-Betrieb. Das dortige Büro wird von einer seiner beiden Töchter, Iris, geleitet, die wie er an der TU in Zürich studierte, dann eine Porr-Baustelle in Warschau leitete, in Fontainebleau ihren MBA machte und schließlich bei Siemens in New York war, ehe sie in den eigenen Betrieb einstieg. Ortners zweite Tochter, Nina, studierte an der Wiener WU und wird vorerst außerhalb der Gruppe arbeiten.

Die Mutter der beiden ist gelernte Medizinerin, die sich nach der Hochzeit "dem Management der Familie widmete". Der studierte Maschinenbauer trinkt zwar keinen Alkohol, dafür ist er Spezialist für "Jahrgangsapfelsäfte". (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.10.2005)

  • Klaus Ortner stieg 1998 mit zunächst acht Prozent bei der Porr ein und kaufte systematisch Aktien zu.
    foto: standard/fischer

    Klaus Ortner stieg 1998 mit zunächst acht Prozent bei der Porr ein und kaufte systematisch Aktien zu.

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