Frische Filmideen abseits des Hollywood-Mainstreams

16. März 2006, 12:20
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Das Gaffa-Filmfestival geigte vergangene Woche mit 14 internationalen Filmproduktionen für ein junges Publikum auf

Das Gaffa-Filmfestival geigte vergangene Woche mit 14 internationalen Filmproduktionen für ein junges Publikum auf. Alle Movies hatten eines gemeinsam: Sie gingen auf die Probleme und Weltanschauungen der heutigen Jugend ein.

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Wien - "Was ist der Sinn des Lebens?" Diese Frage stellt sich Jed, der Protagonist des Filmes "Niceland", der aus dem 3. internationalen Filmfestival für junge Leute im Wiener Cinemagic als Siegerproduktion hervorging.

Dieses Jahr mit dem Namen "Gaffa" versehen, präsentierten sich 14 Filme aus unterschiedlichen Ländern. Die durchwegs jugendbezogenen Handlungen scheinen das Interesse vieler Jugendlicher geweckt zu haben. "Alle Filme waren eine herrliche Abwechslung zu dem, was in den Mainstreamkinos so gespielt wird", schrieb Karin in das Gästebuch der Gaffa-Website.

Sieben Wettbewerbsfilme, die in Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt und einer sechsköpfigen Jugendjury vorgestellt wurden, kämpften um den Preis für den besten Film. Weiters wurden auch die besten Schauspieler prämiert. Aber auch die Festivalbesucher wählten mit und erkoren "Machuca, mein Freund" - eine chilenische Produktion - zu ihrem Favoriten.

Der Jury fiel die Entscheidung extrem schwer: "Wir haben uns Nächte um die Ohren gehauen", sagt Lisa Söldner (19). Doch schließlich einigten sich die Juroren auf "Niceland". Lobend erwähnt wurde der größte Konkurrent "Bonjour Monsieur Shlomi", ein israelischer Streifen.

Von Liebe, Freundschaft und der ewig währenden Suche nach Glück im Leben, erzählt der Siegerfilm, der Märchen und Realität zugleich ist.

Jed und Chloe sind ein junges Paar, das heiraten will, doch als Chloes Katze, die ihr Ein und Alles ist, ums Leben kommt, verliert Chloe den Lebensmut. Jed ist überzeugt, dass es noch einen anderen Sinn im Leben geben muss, doch wem auch immer er die Frage nach dem "purpose of life" stellt, niemand hat eine befriedigende Antwort parat. Im Glauben, der Schrotthändler Max kenne den eigentlichen Sinn des Lebens, freundet sich Jed nach und nach mit dem exzentrischen Einzelgänger an. Als Chloe ins Koma fällt, wird die Lage ernst. . .

Der Preis für den besten Darsteller ging an Haris Sijaric, der in dem Film "Summer in the Golden Valley" die Jury beeindruckte. Warum er zum besten Darsteller gewählt wurde? "I think they like me. Maybe I'm cute", meinte er lachend. Beste Schauspielerin wurde Nadine Kirschon aus "Bombay Calling".

Die Lücke schließen

"Der Grundgedanke des Festivals war, die Lücke zwischen Viennale und Kinderfilmfestival zu schließen, und somit ein Angebot für Jugendliche zu schaffen", sagt die Organisatorin Elisabeth Lichtkoppler. Der neue Titel sollten dem früheren "Jugendfilmfestival" mehr Pepp verleihen, und auch die vermehrte Werbung hat zum Erfolg beigetragen. "Man merkt den größeren Besucheransturm", meint Mitinitiator Ali Föger. Ob man sich auf ein Wiedersehen in zwei Jahren freuen könne? "Hoffentlich", meint er. "Damit rechnen wir schon". (DER STANDARD, Lisa Mönichweger, Teresa Ott, Julia Wurm, Printausgabe, 4.10.2005)

  • In "Niceland" ...
    foto: wienxtra

    In "Niceland" ...

  • ... suchen Jugendliche den Sinn des Lebens.
    foto: wienxtra

    ... suchen Jugendliche den Sinn des Lebens.

  • Nadine Kirschon (auf Rad li. außen) überzeugte in "Bombay
Calling" als beste Schauspielerin.
    foto: wienxtra

    Nadine Kirschon (auf Rad li. außen) überzeugte in "Bombay Calling" als beste Schauspielerin.

  • Haris Sijaric (re.) wurde für die Rolle in "Summer in the Golden Valley" prämiert.
    foto: wienxtra

    Haris Sijaric (re.) wurde für die Rolle in "Summer in the Golden Valley" prämiert.

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