Rewe zückt Rotstift in Deutschland

7. November 2005, 14:23
8 Postings

Massive Kostensenkung angestrebt, Jobkürzungen "nicht vorgesehen" - Vorstandssprecher Egner: Ausland viel profitabler

Köln - Mit massiven Einsparungen in dreistelliger Millionenhöhe will Rewe schlagkräftiger im hart umkämpften deutschen Lebensmittelhandel werden. "Die Hälfte der Erträge wird im Ausland erwirtschaftet, obwohl wir dort nur 28 Prozent des Umsatzes erzielen", sagte der Rewe-Vorstandssprecher Achim Egner im Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

Massive Jobkürzungen "nicht vorgesehen"

Ziel des zweitgrößten deutschen Handelskonzerns sei es, die Umsatzrendite von zuletzt 1,5 Prozent deutlich zu verbessern und in die Nähe anderer international agierender Handelsriesen wie der Metro zu kommen. Massive Stellenstreichungen seien nicht vorgesehen, sagte ein Sprecher der Rewe am Dienstag.

Auf dem deutschen Lebensmittelmarkt könne die Rewe ihr Ergebnis nur durch Kostenspareffekte verbessern. Als ein Beispiel nannte Egner die Vertriebsstruktur. "Unsere konzerneigenen Filialen und die selbstständigen Rewe-Händler, die von uns beliefert werden, werden derzeit jeweils von eigenen Lagern beliefert. Das macht vielfach wenig Sinn." Die Zahl regionaler Vertriebsniederlassungen werde von 9 auf 6 reduziert. Auf die Frage, wie viele Arbeitsplätze abgebaut werden, sagte Egner: "Wir werden ein Effizienzsteigerungsprogramm durchführen und über den ein oder anderen Posten nachdenken müssen".

Rekordumsatz

Der Kölner Konzern (ohne den selbstständigen Rewe-Einzelhandel) erzielte 2004 den Rekordumsatz von 33,6 Mrd. Euro. Das waren 5,3 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stieg um 15 Prozent auf 510 Mio. Euro. Die Umsatzrendite vor Steuern erhöhte sich auf gut 1,5 Prozent.

In Österreich ist Rewe mit den Marken Billa, Merkur, Penny, Emma und Bipa vertreten. (APA)

Share if you care.