"Gold des Meeres" in der Schatzkammer

4. Oktober 2005, 14:01
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"Bernstein für Thron und Altar" zeigt wertvolle Highlights der Kunstkammer und Geistlichen Schatzkammer - Ab 5. Oktober

Wien - "Mit Sicherheit das Filetstück aller Sammlungen" sei die Kunstkammer, meinte Wilfried Seipel, Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums (KHM). Anlass war die Präsentation einer kleinen Ausstellung: "Bernstein für Thron und Altar. Das Gold des Meeres in fürstlichen Kunst- und Schatzkammern" in der Alten Geistlichen und Weltlichen Schatzkammer, die als Teil der KHM-Kunstkammer in der Hofburg untergebracht ist. Zu bewundern sind Statuetten, Gefäße, Rosenkränze, Humpen, Prunkbestecke und als Höhepunkte ein Bernsteinaltar von 1645, sowie Fragmente des Bernsteinthrons von Kaiser Leopold.

Ausgestellt sind "Objekte, die Sie noch nie gesehen haben dürften", so Seipel weiters, "es ist höchste Zeit, dass die Kunstkammer wieder eröffnet wird". Bis dahin diene eine solche Schau auch dem Anliegen des KHM, die "verborgenen Schätze der Kunstkammer in die Öffentlichkeit zu bringen", sagte Seipel. Eigentlich sei der geplante Neueröffnungstermin der derzeit geschlossenen Abteilung für 2007 angesetzt, was angesichts mangelnden Budgets noch unsicher sei. Seipel: "Es fehlen fünf bis sechs Millionen Euro, die wir nach Renovierung der Antikensammlung nicht mehr selbst aufbringen können."

Bernsteinaltar

Im Zentrum der Bernstein-Schau stehen vorwiegend hauseigene Objekte. Viele der gezeigten Arbeiten namhafter Meister wie Georg Schreiber, Jacob Heise, Nicolaus Turau, Gottfried Wolffram und Christoph Maucher werden erstmals präsentiert. Das Glanzstück der Sammlung ist der Große Bernsteinaltar von 190 Zentimetern Höhe, der vermutlich ein Geschenk des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm an seine Schwester Luise Charlotte war. 1700 schenkte Friedrich III den Altar Kaiser Leopold als Dank für die erfolgreichen Verhandlungen zum abgeschlossenen Kronvertrag.

Thronsessel

Ein weiteres Prunkstück ist die Zeichnung eines Bernsteinsessels in Originalgröße von 1677/78. Vom fertig gestellten Thronsessel mit Bernsteinbelag aus der Danziger Werkstatt von Nicolaus Turow sind nur mehr zehn Fragmente erhalten, darunter Reliefs von Herkules, oder König Minos. Eindrucksvoll auch ein Kabinettschrank von Johann Georg Zernebach von 1724, oder der Bernsteinkopf eines antiken Kriegers für das legendäre Bernsteinzimmer Friedrichs I. Äußerst kunstvoll auch ein Tafelaufsatz in Gestalt eines Segelschiffes aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Die knapp hundert Exponate datieren vom Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert und wurden zum Teil für die Ausstellung restauriert. "So eine Schau wird es nie wieder geben", meinte Kuratorin Sabine Haag enthusiastisch. "Sie ist wirklich eine Sensation". (APA)

Ausstellung "Bernstein für Thron und Altar. Das Gold des Meeres in fürstlichen Kunst- und Schatzkammern", Alte Geistliche und Weltliche Schatzkammer des KHM, Schweizer Hof, Hofburg, Wien 1, 5. 10. bis 29. 1., tgl. außer Di 10 - 18,
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khk.at

  • Eines der Prunkstücke die im Rahmen der Ausstellung 'Bernstein für Thron und Altar - Das Gold des Meeres in fürstlichen Kunst und Schatzkammern' vom 5. Oktober 2005 bis 29. Jänner 2006 zu sehen sind.
    foto: khm

    Eines der Prunkstücke die im Rahmen der Ausstellung 'Bernstein für Thron und Altar - Das Gold des Meeres in fürstlichen Kunst und Schatzkammern' vom 5. Oktober 2005 bis 29. Jänner 2006 zu sehen sind.

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