Uni Graz: Grün-Rote ÖH-Führung nach nur drei Monaten ausgewechselt

1. Juni 2006, 17:43
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GRAS-Mandatarin wechselte die Seiten - Neues Team wirft der scheidenden Führung vor, zu wenig gegen Zugangsbeschränkungen getan zu haben

Graz - Nach nur drei Monaten wurde am Montag die Grün-Rote Führung der Hochschülerschaft an der Universität Graz ausgewechselt. Die neue Führungs-Crew wirft dem bisherigen Vorsitzenden Markus Hinterholzer (GRAS) und Stellvertreter Jochen Schönberger (VSStÖ) vor, sich zu wenig gegen die Zugangsbeschränkungsregelungen an der Uni eingesetzt zu haben. Weiters seien Studierende zu wenig über die damit einhergehende neue Situation informiert worden.

"In Sachen Zugangsbeschränkung hat das alte Team klar versagt", konstatierte der neue ÖH-Chef an der Uni Graz, Fadi Sinno (Fachschaftlisten, FLUG) am Dienstag im Gespräch mit der APA. Man habe sich ein stärkeres Auftreten dagegen erwartet. Vor allem aber bessere Informationen darüber, unter welchen Umständen die Prüfungen letztlich stattfinden würden. Vor zwei Wochen habe man dann einen Antrag zur Abwahl der bisherigen Führungsspitze eingebracht.

"Chaos Ende nie"

"An der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät herrschte in den letzten Wochen Chaos Ende nie. Es gab täglich andere Informationen aus dem Dekanat, die Unterstützung von der ÖH-Führung ist in den Studienrichtungsvertretungen völlig ausgeblieben", schilderte Sinnos Stellvertreter von der Aktionsgemeinschaft (AG), Karl Braunschmid, seine Wahrnehmungen. Schließlich habe eine GRAS-Mandatarin - Valentina Sbaschnik - der Grün-Roten Führung die Mitarbeit gekündigt. Sie habe sich als einzige Vertreterin der führenden Fraktionen bemüht, öffentliche Aktionen gegen die Beschränkungen zu initiieren. Sie sei dann aber vom Informationsfluss abgeschnitten worden, verteidigt Braunschmid das Überlaufen der Ex-GRAS-Mandatarin, die am Dienstag für die APA nicht erreichbar war. Davon will Hinterholzer nichts wissen: Er führte eine Liaison mit einem Mitglied des kommunistischen Studentenverbandes (KSV), der nun mit den FLUG und der AG eine Koalition bildet, als Grund für den Richtungswechsel der Studentin an.

Die neue ÖH-Spitze regiert nun wie schon zuvor die alte mit einer knappen Mehrheit von einem Mandat (FLUG: 4 Mandate, AG: 3 und KSV 1 Mandat sowie Sbaschnik als freie Mandatarin). Vorrangig will man sich nun für die Beseitigung der Zulassungsbeschränkungen einsetzen, vor allem aber den Informationsfluss zwischen der Spitze und den Fakultätsvertretungen verbessern. "Wir haben unser komplettes Team für die Referate zusammen, spätestens Ende der Woche läuft wieder der Normalbetrieb", versicherte Braunschmid. (APA)

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