Fischer Ski startet mit Investitionen durch

4. Oktober 2005, 18:44
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Umsatz soll heuer von 147 auf 170 Millionen Euro steigen - groß angelegtes Investitionsprogramm für Wettbewerbsoffensive geplant

Wien - Die Skibranche ist weltweit in Bewegung. Mit Rossignol, Salomon und Völkl haben in den vergangenen sechs Monaten drei große Mitbewerber den Eigentümer gewechselt. Der oberösterreichische Skihersteller Fischer Ski mit Sitz in Ried im Innkreis geht daher mit einem groß angelegten Investitionsprogramm in die Wettbewerbsoffensive, kündigte der Geschäftsführer der Fischer Gruppe, Gregor Dietachmayr, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien an.

Derzeit würden die Weichen für die nächsten fünf bis zehn Jahre auf dem Skimarkt gestellt. Der Konzentrationsprozess werde sich weiter fortsetzen, befinde sich aber derzeit schon in der finalen Phase. Fischer Ski sieht sich jedenfalls davon nicht gefährdet, ist man doch nach Eigenangaben "nach Zahlen der größte Produzent weltweit".

Neuorientierung

"Eine gewisse Neuorientierung" sei aber dennoch nötig, so Dietachmayr. Angestrebt werden neue Kooperationen und strategische Partnerschaften aber keine Kapitalverflechtungen, "wir bleiben im Familienbesitz, betonte der Fischer-Geschäftsführer.

Mit einer Neupositionierung der Marke will Fischer nicht nur seine Vorreiterrolle im nordischen Bereich festigen, sondern auch im alpinen Rennsport wieder die Nummer 1 werden. Die Budgetmittel für ein stärkeres Engagement dafür seien deutlich erhöht worden.

Neben einem umfassenden Reorganisationsprojekt im Unternehmen selbst wurde auch der Logistikbereich mit Investitionen von 8 Mio. Euro in ein neues Logistikzentrum in Ried ausgelagert. Zur weiteren Kapazitätsausweitung fließen 3,3 Mio. Euro in das Fischer-Werk in der Ukraine, 5 Mio. Euro werden in neue Technologien am Standort Ried investiert.

Finanziert werden die Investitionen mit einer Anleihe, über die sich Fischer Ski wie berichtet mehr als 10 Mio. Euro von der Börse holt.

Zuletzt rote Zahlen

In der Jahresbilanz 2004/05 per Ende Februar) war Fischer Ski nicht zuletzt auf Grund der hohen Investitionen in die roten Zahlen geraten. Das sei aber im Plan gewesen, betonte der Geschäftsführer. Für das laufende Jahr 2005/06 seien wieder Gewinne veranschlagt. Im Detail ist bei der Fischer GmbH 2004/05 bei einer Betriebsleistung von 167 Mio. Euro das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) mit 1,24 Mio. Euro ins Minus gerutscht, nach einem EGT-Gewinn von zuvor 7,6 Mio. Euro. Um 20 Mio. Euro verschlechtert hat sich der operative Cash-Flow, der von plus 12,9 Mio. Euro auf minus 7,1 Mio. Euro ebenfalls in den roten Bereich lief.

Der Jahresabschluss per 28.2.2005 weist einen Umsatz der Fischer Gruppe von 147 Mio. Euro aus. Das bedeutet ein Wachstum von mehr als 11 Prozent und könne bei einem bestenfalls stagnierenden Skimarkt als großer Erfolg gewertet werden, so Dietachmayr. Für das laufende Geschäftsjahr 05/06 plant Fischer Ski einen Umsatz 170 Mio. Euro.

Alpin-Bereich stagniert

Der Alpin-Bereich entwickelte sich auf Grund der weltweiten Stagnation im Geschäftsjahr 2004/05 leicht rückläufig. 790.000 Paar Alpin-Skier kamen in diesem Zeitraum aus dem Hause Fischer, dazu 390.000 Garnituren Alpinbindungen und 30.000 Paar Alpin-Schuhe. Im laufenden Geschäftsjahr sollen 830.000 Paar Alpin-Skier von Fischer abgesetzt werden.

Besonders erfreulich habe sich erneut der nordische Bereich entwickelt. "Langlaufen ist wieder salonfähig geworden", freut sich Dietachmayr. Mit knapp über 700.000 Paar Langlaufskiern hat Fischer 2004/05 einen neuen Rekord abgesetzt. Alle Planzahlen im Bereich Nordisch seien deutlich überschritten worden, hieß es. (APA)

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  • Für das laufende Geschäftsjahr 05/06 plant Fischer Ski einen Umsatz von 170 Millionen Euro und die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.
    foto: fischer

    Für das laufende Geschäftsjahr 05/06 plant Fischer Ski einen Umsatz von 170 Millionen Euro und die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

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