Insolvenzverwalter verklagt Credit Suisse auf 7,1 Milliarden Euro

7. November 2005, 14:42
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Sanierer Bondi bittet Banken zur Kasse - Schweizer Bankhaus sieht keine Grundlagen für Klage

Rom - Der italienische Nahrungsmittelkonzern Parmalat hat eine Schadenersatzklage gegen die Schweizer Bank Credit Suisse eingereicht. Wie aus zusätzlichen Unterlagen in Zusammenhang mit der erneuten Börsennotierung Parmalats hervorgeht, verlangt der Konzern eine Entschädigung im Umfang von 7,1 Mrd. Euro.

Parmalat hatte im August bereits mehrere andere Banken verklagt. Von der Deutschen Bank und der UBS fordert Parmalat 2,2 Mrd. Euro Schadenersatz. Von der UniCredit verlangt der Insolvenzverwalter des Nahrungsmittelkonzerns, Enrico Bondi, 4,4 Mrd. Euro.

Entscheidende Tage

Parmalat stehen entscheidende Tage bevor. Am kommenden Donnerstag werden die Aktien des Milchproduzenten wieder an der Mailänder Börse notiert. Das IPO wird mit Anteilsscheinen im Nominale von 1,6 Mrd. Euro erfolgen. Gelistet werden 1,6 Mrd. Aktien mit einem Nennwert von jeweils einem Euro. Die Aktien werden im Blue Chip-Segment notiert.

Parmalat hatte am Wochenende die letzte Hürde für eine Rückkehr an die Börse bewältigt. Die Gläubiger des im Dezember 2003 zusammengebrochenen Milchkonzerns einigten sich auf die Bedingungen für die Umwandlung der 20 Mrd. Euro Schulden in neue Aktien. In Parma teilten die Richter Giuseppe Coscioni und Pasquale Liccardo mit, der Tausch sei von 71 Prozent der Parmalat-Gläubiger gebilligt worden.

Credit Suisse: "Vorwürfe ohne Grundlage

Für den Schweizer Finanzkonzern Credit Suisse sind die Vorwürfe ohne Grundlage. Die Bank werde die Ansprüche anfechten, teilte die Investmentbank-Tochter CSFB am Dienstag weiter mit. Zuvor hatte Parmalat eine Schadenersatzklage gegen Credit Suisse im Umfang von 7,1 Mrd. Euro eingereicht. (APA)

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