Schweizer Skistar vorm Aussterben

11. Oktober 2005, 14:45
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Der eidgenössische Ski­verband lanciert Soli­daritätskampagne, der Erlös soll in Projekte zur Nachwuchsförderung fließen

Zürich - Mit einer Solidaritätsaktion mit zoologischem Bezug will der Schweizer Skiverband (Swiss-Ski) aus dem finanziellen und sportlichen Wellental hinauskommen. Das Motto beim einstigen Erzrivalen des ÖSV lautet: "Retten Sie den Schweizer Skistar vor dem Aussterben".

Erlös von einer Million Franken erhofft

Mit der Kampagne erhofft sich Swiss-Ski einen Erlös von einer Million Franken (643.625 Euro), der in verschiedene Projekte der Nachwuchsförderung fließen soll, so u.a. in die neugegründete Akademie in Brig. "Wir wollen das Bewusstsein der Schweizer Bevölkerung für den Spitzensport wecken und aufrufen, beim Legen des Fundamentes für die Nachwuchsarbeit mitzuhelfen", sagte Swiss-Ski-Präsident Duri Bezzola.

Die letzte große Sammelaktion im Jahr 1992 hatte 300.000 Franken eingetragen. Damals hatte der Skiverband Schulden von einer halben Million Franken, die praktisch mit einer einzigen Aktion getilgt wurden. Heini Benz, der "Vater des nordischen Skisports", hatte damals mit einem pathetischen Aufruf die Verbandsmitglieder aufgefordert, mit einem einmaligen Beitrag von fünf Franken den Skiverband zu retten.

Victor nivis helveticus

Diesmal richtet sich die Kampagne an die gesamte Bevölkerung. Sie wurde von Advico Young & Rubicam, einer der führenden Schweizer Kreativagenturen, entwickelt und sinnigerweise im Zürcher Zoo präsentiert. Um die ernste Situation im Nachwuchsbereich auf einfache Art zu kommunizieren, stellt das Konzept den Schweizer Skistar (Victor nivis helveticus) in eine Reihe mit andern stark bedrohten Arten wie den Schreiadler, den Luchs oder den Braunbär und ruft die Bevölkerung zur Rettung auf.

"Indem wir den Schweizer Skistar als aussterbende Spezies darstellen, können wir auf unterhaltsame Weise auf die komplexen Probleme in der Nachwuchsförderung aufmerksam machen", erklärte Caspar Coppetti, Strategy Director bei Advico Young & Rubicam.

Exklusiver Gönnerklub

Mittels Plakaten, Inseraten und Radiospots werden die Schweizerinnen und Schweizer zum Spenden aufgerufen. Außerdem wird ein exklusiver Gönnerklub mit bis zu 100 Mitgliedern ins Leben gerufen. Der Beitrag für die Mitgliedschaft beträgt 10.000 Franken.

Das größte Nachwuchsproblem in der Schweiz ist die hohe Drop-out-Rate beim Übergang vom Jugend- zum Nachwuchsbereich, weshalb die Leistungsspitze immer schmäler wird. Vom Jahrgang 1989 hat die Schweiz 80 Fahrer und Fahrerinnen untere den ersten 1.000 der FIS-Liste, Österreich nur 50. Unter den ersten 100 der FIS-Liste befinden sich 20 Österreicher, aber nur noch 5 Schweizer. (APA/SIZ)

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