Komplexe Story, brillantes Ende

2. Oktober 2006, 16:06
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Three (zu deutsch: Drei) schafft es in nur 13 Minuten den Zuseher sowohl optisch als auch inhaltlich zu überraschen

Three (zu deutsch: Drei) schafft es in nur 13 Minuten den Zuseher sowohl optisch als auch inhaltlich zu überraschen, und er erreicht in seiner kurzen Spieldauer somit das, was andere Filme mit über zwei Stunden Länge nicht einmal annähernd zustande bringen.

Wie schon erwähnt – optisch ist Three brillant. Kameratechnisch wurde ganze Arbeit geleistet, und man merkt schon beim ersten Hinsehen, dass die Macher großen Wert auf Optik und Stil gelegt haben. Manche meinen, dass es in so kurzer Laufzeit nicht möglich wäre, technisch eindrucksvolle Bilder herzuzaubern; genau diejenigen werden nach der Vorstellung ganz schnell umdenken: Schon zu Beginn wird eine sehr löbliche Kameraleistung vollbracht. Beispielsweise ein rotes Auge auf schwarzem Hintergrund (wunderbar mit einer sehr unheimlichen Hintergrundstimme unterlegt ) oder die Szene, wo ein und derselbe Protagonist gleich dreimal in einem Raum nebeneinander steht, oder aber auch die verschiedenen, schnellen Zusammenschnitte aus den CNN-Nachrichten, die passend die Thrillerstimmung unterstützen.

Nun zum Inhaltlichen: Ganz besonders fällt die äußerst komplexe, aber perfekt verpackte Story auf, die sich mit der Zeit erst entfaltet und den Zuseher am Ende die Kinnlade runterklappen lässt. Und das gehörig – sofern man nicht genau hingesehen hat. Auch die Hauptfigur, ja besonders die Hauptfigur spielt ein tragende Rolle, deren Wesen an dieser Stelle nicht näher beschrieben werden soll, da das zu sehr das geniale Ende zerstören würde: Eine tolle Schlüsselszene, die die ganze Zeit über zu erahnen ist, die aber mit ihrer immer offensichtlicheren Annäherung immer überraschender wird und anschließend mit einem Knall einschlägt und den Zuseher in seinen Kinosessel drückt.

Einziges Manko: Three ist nur in Englisch zu sehen und somit für Englischmuffel nicht gerade empfehlenswert. Abgesehen davon kann jeder, der mit der englischen Sprache vertraut ist, sich auf ein tollen Thriller freuen, der sich Puzzlestück für Puzzlestück zusammenfügt und ein fast perfektes Gesamtbild ergibt. Auf der Skala des Rezensenten bekommt Three glatte 9,5 Punkte. Ansehen – sonst verpassen Sie etwas.

Von Bernhard Kerezsi
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