Trichet : Wachstum in Euro-Zone nicht zufriedenstellend

21. November 2005, 12:57
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EZB-Präsident: Geldpolitik unterstützt mit historisch niedrigen Zinsen - EZB berät Donnerstag wieder über Geldpolitik - Beobachter: Zinsen bleiben bis 2006 auf niedrigen 2 Prozent

Kopenhagen - Das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone ist nach den Worten von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet nicht zufrieden stellend.

"Sie werden wahrscheinlich die Einschätzung teilen, dass das Wachstum in der Euro-Zone nicht als ganz zufrieden stellend gelten kann", sagte Trichet am Montag in einer Rede vor der dänischen Zentralbank. Die Geldpolitik unterstütze die wirtschaftliche Aktivität jedoch mit historisch niedrigen Zinsen. Weiter sagte Trichet, das Potenzialwachstum in der Euro-Zone liege eher bei 2,0 als bei 2,5 Prozent.

Die EZB wird am Donnerstag - bei einer auswärtigen Sitzung in Athen - über die Geldpolitik in der Euro-Zone beraten. Volkswirte sind sich einig, dass die EZB ihren Schlüsselzins bis ins nächste Jahr wegen der noch lahmen Konjunktur auf seinem Tiefstand von 2,0 Prozent belassen wird. Am Montag schürten die unerwartet kräftigen Einkaufsmanager-Indizes für die Industrie die Erwartung, dass die Notenbank früher als zunächst erwartet die Zinsen erhöht.

Zinsfutures signalisierten am Montag, dass die Anleger mittlerweile bis Juni 2006 fest mit einer Zinserhöhung rechnen. "Alle machen sich Sorgen, dass Trichet seine Warnungen vor Zweitrundeneffekten verschärfen könnte", sagte ein Händler mit Blick auf die Sorge der EZB, die hohen Ölpreise könnten einen Inflationsanstieg auf breiter Front auslösen. (APA/Reuters)

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    Für EZB-Präsident Jean-Claude Trichet ist das Wachstum in der Euro-Zone "nicht ganz zufriedenstellend".

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