Philips Gratkorn liefert Sicherheitschip für neuen Reisepass

18. Oktober 2005, 16:10
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USA-Reisende brauchen bei nach dem 26. Oktober ausgestellten Pässen ohne Biometrie-Daten ein US-Visum - Biometrie-Ausweis kommt erst Mitte 2006

Wien - Philips Semiconductors Styria mit Sitz im steirischen Gratkorn liefert die Technologie für den Sicherheitschip in den neuen österreichischen Reisepässen ("e-Pass"). Diese sollen im Frühjahr/Sommer 2006 ausgegeben werden, bestehende Pässe behalten aber ihre Gültigkeit und müssen nicht getauscht werden. Auftraggeber ist die Österreichische Staatsdruckerei, als Generalunternehmen tritt die deutsche Firma Smartrac auf.

Auftragssumme wurde keine genannt. Pro Jahr werden rund 500.000 Reisepässe ausgestellt, erklärte Staatsdruckerei-Chef Thomas Zach am Montag auf APA-Anfrage.

Chip mit Antenne

Der neue Chip samt Miniantenne wird auf einer eigenen "Plastikseite" angebracht, die in den Reisepass eingeklebt wird. Der Pass ist dann bis auf eine Entfernung von 10 cm auslesbar. Der Sicherheitschip aus dem Philips-Halbleiter-Kompetenzzentrum wird bereits in deutschen Pässen eingesetzt. Dieser Auftrag konnte im Juni gemeinsam mit Mitbewerber Infineon an Land gezogen werden. In Gratkorn arbeiten rund 200 Personen. In Österreich beschäftigt Philips 1.900 Mitarbeiter, das Aktivitätenvolumen 2004 betrug 1.023 Millionen Euro.

Bis es die neuen Pässe gibt, müssen sich USA-Reisende, die einen neuen Reisepass nach dem 26. Oktober 2005 erhalten, auf Unannehmlichkeiten anstellen: Sie brauchen zusätzlich zum Pass noch ein US-Visum. Die USA verlangen nämlich ab diesen Zeitpunkt Neu-Pässe mit biometrischen Erkennungsmerkmalen (wie einen Chip und ein digital auslesbares Passbild) - diese fehlen aber bis Einführung des neuen Passes. Zuständig dafür ist laut Staatsdruckerei das Innenministerium. Dort verwies man zuletzt auf Gespräche EU-USA, da dieses Problem auch andere Länder hätten. (APA)

  • Der neue Chip samt Miniantenne wurde in Gratkorn in der Steiermark entwickelt.
    foto: philips

    Der neue Chip samt Miniantenne wurde in Gratkorn in der Steiermark entwickelt.

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