Ubuntu - Eine Erfolgsgeschichte

18. Oktober 2005, 20:10
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Freie Linux-Distribution erfreut sich ein Jahr nach ihrem Launch großer Beliebtheit - Support soll kommerzi­ellen Bereich erobern

Ein Blick auf Distrowatch demonstriert es recht eindrucksvoll: Mittlerweile gibt es eine Unzahl von Linux-Distributionen. Doch trotz all der Neuling der letzten Monate und Jahre gelang es praktisch keiner davon zu den "Großen" wie SUSE, Red Hat oder Debian aufzuschließen. Eine Ausnahme gibt es allerdings, und diese trägt einen afrikanischen Namen: "Ubuntu", dies berichtet c'net.

Rückblick

Gerade mal vor einem Jahr erschien die erste Version der Linux-Variante und schaffte es schnell eine eingeschworene Community rund um sich zu versammeln. Finanziert und angetrieben durch den südafrikanischen Millionär Mark Shuttleworth steht vor allem die vollkommene "Freiheit" der Distribution im Vordergrund - im Gegensatz zu den Angeboten von Red Hat oder Novell soll es keine Trennung in kostenlose - aber nicht supportete - und eine Enterprise-Version mit teuren Lizenzen geben.

Einfach

Ein wichtiger Grundstein für den Erfolg ist aber wohl auch in der "Simplizität" von Ubuntu zu suchen. Wo die Konkurrenz oft versucht so gut wie alle Software, die im Linux-Umfeld existiert, auszuliefern, setzt Ubuntu auf einen vergleichsweise kleinen - aber gut ausgewählten - Pool an Programmen. Dieser Zugang verschaffte Ubuntu schnell den Ruf besonders für Linux-Neulinge sehr gut geeignet zu sein.

Support

Der nächste große Schritt in der Weiterentwicklung von Ubuntu soll mit "Dapper Drake" im April 2006 kommen, die erste Version der Linux-Distribution, für die man mehrjährigen Support anbieten will - Drei Jahre für die Desktop-, fünf Jahre für die Server-Variante. Ein Angebot, dass vor allem für den Erfolg von Ubuntu im Unternehmensbereich als zentral angesehen wird.

Probleme

Das größte Problem mit dem Ubuntu derzeit zu kämpfen hat, ist pardoxerweise dem eigenen Erfolg zu verdanken: Durch den Riesen-Erfolg hat sich eine sehr starke Community gebildet, die mit ihrer Energie und Begeisterung eine Unzahl von Ideen beisteure, die man gerade als noch recht junges Projekt nur begrenzt verfolgen könne, so der Ubuntu-Entwickler Matt Zimmermann.

Kritik

Ärger gibt es derzeit allerdings auch von ganz anderer Seite, denn nicht alle sind mit dem Ubuntu-Erfolg wirklich glücklich. Vor allem in Debian-Kreisen - Ubuntu basiert auf dem Debian-Projekt - regt sich zunehmend Unmut. Denn die Zusammenarbeit ist nicht immer problemlos, da Ubuntu seinen eigenen Weg geht, gibt es immer wieder Inkompatibilitäten zwischen den beiden Distributionen, Debian kann nicht uneingeschränkt von den Ubuntu-Verbesserungen profitieren.

Konkret

Vor allem Debian-Gründer Ian Murdock hat sich dabei als Ubuntu-Kritiker hervorgetan: Zwar sie Ubuntu eine hervorragende Distribution, deren Wachstum sich auch positiv auf das Debian-Universum auswirke, allerdings habe man sich unerfreulicherweise entschlossen einen eigenen Weg zu gehen anstatt den Debian-Kern zu erweitern.

Ranking

Dem Erfolg von Ubuntu wird diese Diskussion allerdings wohl kaum einen Abbruch tun, immerhin hält man sich nun bereits seit einiger Zeit hartnäckig auf Platz 1 der beliebtesten Distributionen bei Distrowatch. Und ein Ende des Booms ist vorerst noch nicht abzusehen. (red)

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