Eine alpine "Festung" mit Traumpanorama

    7. Oktober 2005, 15:21
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    Wie eine trutzige Burg ragt der Gipfelfelsen des Schmittenstein in der Osterhorngruppe zum Himmel

    Angeblich haben US-Truppen am Ende des Zweiten Weltkriegs den Berg für eine Festung gehalten und ihn mit Artilleriefeuer belegt.

    Seine herausragende Erscheinung lockt die Bergwanderer an, die eine besonders schöne Rundsicht zu schätzen wissen. Von seinem höchsten Punkt schweift der Blick über die Berchtesgadener Alpen, Hochkönig und Tennengebirge bis zu den Hohen Tauern, zum Tennengebirge und zum Dachstein, über die Berge des Salzkammerguts bis zum Toten Gebirge. Man erfreut sich am Tiefblick ins Salzachtal. Dazu kommt ein wunderschöner Übergang über den Kamm zum Schlenken, der leichter erreichbar ist und daher häufiger aufgesucht wird.

    Allerdings verlangt die Besteigung des Schmittenstein Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, vor allem die letzten Meter bis zum Gipfel sind mühsam und gefährlich. Deshalb verschlägt es nur wenige Bergwanderer auf diese markante Erhebung, obgleich die zu bewältigenden Höhenunterschiede relativ gering sind, weil man auf der Rengerbergstraße bis auf eine Höhe von 1000 Metern fahren kann.

    Die Route über Nigel- und Tenneralm, durch den Tennerwinkel, ist besonders einsam, aber überaus lohnend. Das letzte Stück bis zum Kamm erweist sich als steil und etwas rutschig.

    Der letzte Teil des Anstiegs zum Schmittenstein ist teilweise mit Stahlseilen versichert, ein gespanntes Teil erleichtert auch die Überquerung eines felsigen Abschnitts am Kamm zum Schlenken.

    Die Route: Von Vigaun fährt man auf der Rengerbergstraße bis zum Gollegg, bald nach der scharfen Linkskehre gibt es genügend - und ausgeschilderte - Parkplätze. Auf der roten Markierung steigt man zur Nigelkaralm und weiter zur Tenneralm an. Durch den Tennerwinkel geht es auf den Kamm und nach rechts - steil - zum Schmittenstein. Gehzeit 2½ Stunden. Nun kehrt man ein Stück zurück und folgt dem teils schmalen Kamm zum Schlenken, den man nach etwa einer Stunde erreicht. Relativ steil steigt man in einer halben Stunde zur Schlenkenalm und zur Zill-Hütte ab.

    Auf einem Fahrweg - rote Markierung - geht es fast eben nach Osten, bei der ersten Kehre hält man sich geradeaus, folgt den roten Marken durch den Wald hinunter zur Nigelkaralm und kehrt auf der Anstiegsroute zum Ausgangspunkt zurück. Gehzeit ab Schlenkenalm eine Stunde. Gesamtgehzeit 5 Std., Höhendifferenz 800 m. Zill-Hütte und Tenneralm in der Saison bewirtschaftet. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Bl. 94 (Hallein); Weg von der Schlenkenzur Nigelkaralm nicht eingezeichnet. (Der Standard, Printausgabe 1./2.10.2005)

    Von Bernd Orfer
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      grafik: der standard
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