Frühmorgendliches Fernsehen: Bitte nachdenken!

4. November 2005, 16:23
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Der ORF könnte einen Versuch starten, in der Früh etwas anderes zu tun, als das schlechte Wetter TV-mäßig zu verdoppeln

Es mag an der noch frischen Urlaubserinnerung, am Nachwirken jener schönen Tage, da sich die Sonne sanft im Meer spiegelte, gelegen haben, dass uns das frühmorgendliche Aufdrehen von ORF 2 besonders aufs Gemüt schlug. Draußen regnete es schon.

Doch was man da beim ORF-"Wetterpanorama" zu sehen bekam, bot dazu nur insofern einen Kontrast, als die Kamera dermaßen von Regentropfen bedrängt wurde, dass man meinen hätte können, sie liefere schlechte Unterwasseraufnahmen.

Nichts Neues. Gewohnheitsmäßig wechselt man dann zu den deutschen Öffentlich-Rechtlichen, wo das Frühstücksfernsehen durchaus passable Angebote zu liefern versteht. Die Frage, warum der ORF so etwas nicht zustande bringt, ist damit allerdings in der Regel nicht zu verdrängen. Umso weniger, seitdem die noch frischen Aktivitäten von Puls TV zeigen, dass man in diesem Bereich durchaus etwas leisten könnte.

Es muss ja nicht so viel Aufwand betrieben werden wie beim amerikanischen Sender ABC live, der demnächst sein Frühangebot aus den britischen Königspalästen Buckingham Palace und Windsor Castle senden wird. Die Zustimmung von Königin Elizabeth II. wurde erteilt, sie erhofft sich dadurch eine Belebung des Fremdenverkehrs aus Amerika.

Keiner will den ORF zwingen, irgendeine Monarchie um Hilfe zu bitten. Aber einen Versuch zu starten, in der Früh etwas anderes zu tun, als das schlechte Wetter draußen auch noch TV-mäßig zu verdoppeln, wäre angebracht. (tos/DER STANDARD, Printausgabe, 3.10.2005)

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