eDonkey gibt auf

23. Dezember 2005, 12:13
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Entwickler beugt sich dem Druck der Musikindustrie – Kaum Auswirkungen auf Filesharingszene zu erwarten

In einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Senats hat Sam Yagan, Präsident von eDonkey-Entwickler MetaMachine, das Ende seines Filesharing-Dienstes angekündigt. Damit beugt er sich dem Druck des Verband der US-Musikindustrie RIAA, die gestärkt durch das folgenschwere Grokster-Urteil zahlreiche Unterlassungsaufforderungen an unterschiedliche Unternehmen im P2P-Bereich schickten und damit nun auch Erfolg haben.

Legales, kommerzielles P2P-System

eDonkey soll nun in ein legales, kommerzielles P2P-System umgebaut werden. Schon bisher habe man im Rahmen des Projekts "P2P Revenue Engine" (P2PRE) der Distributed Computing Industry Association (DCIA) Gespräche mit Film- und Musikstudios gesucht. Diese seien aber gescheitert, weil die Musikindustrie den Ausgang des Grokster-Prozesses abwarten wollten, so Yagan.

Problematisch

Yagan warnt in seiner Aussage davor, dass die Vorgehensweise gegen kommerzielle P2P-Anbieter problematisch sei, da sie Innovation hemme. Auch forderte er mehr Unterstützung für Unternehmer, die es ohnehin schwer genug hätten. In einer Anspielung auf das Grokster Urteil betonte er seine Hoffnung, dass sich in Zukunft Unternehmer neben den zahlreichen Herausforderung eines Start-Up-Unternehmens nicht auch noch damit beschäftigen müssen, wie Richter in vielen Jahren jeden Gedanken, jedes Mail und jeden Geschäftsplan interpretieren werden.

Zu teuer

In seinem Statement sagte Yagan weiter, dass sich viele Filesharing-Unternehmen dem Grokster Urteil beugen müssten. Grund dafür sei aber nicht die Verletzung von Urheberrechte, sondern die Tatsache, dass ein juristischer Kampf gegen die RIAA einfach zu teuer für die meisten Unternehmen sei.

Auswirkungen

Das Verschwinden von eDonkey lässt allerdings kaum Auswirkungen auf die Filesharingszene allerdings erwarten, da die Open-Source-Alternativen wie MLDonkey oder eMule ohnehin bereit stehen. Yagan zu folge sei zu dem zu erwarten, dass Firmen ihren Sitz ins Ausland verlegen werden um so der amerikanischen Rechtssprechung zu entgehen.

Nicht die erste Tauschbörse

Neben eDonkey musste sich auch die P2P-Tauschbörse WinMX dem Druck der Musikindustrie beugen, auch wenn WinMX mittlerweile durch einen Patch wieder zum Leben erweckt wurde. Auch bei Lime Wire soll es in Zukunft keine urheberrechtlich geschützten Daten mehr geben, bereits jetzt werden User darauf hingewiesen diese nicht aus dem Netz zu laden.(kk)

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    Düstere Zukunftsprognosen für den eletronischen Esel "eDonkey", für die User stehen aber Open-Source-Alternativen wie MLDonkey oder eMule bereit.

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