VA Tech verschwindet vom Kurszettel

16. Oktober 2005, 20:12
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Handel an der Wiener Börse wurde am Freitag eingestellt - Erstnotiz am 25. Mai 1994

Wien - Am Freitag ging ein Stück österreichischer Börsegeschichte zu Ende: Die Wiener Börse stellt den Handel mit Aktien der VA Tech ein.

Das Unternehmen wurde zwölf Jahre alt: 1993 entstand das Unternehmen aus dem Maschinen- und Anlagenbaubereich der Verstaatlichen, am 25. Mai 1994 notierte es erstmals an der Wiener Börse. Nach einem öffentlichen Übernahmeangebot im Dezember 2004 hatte der Münchener Elektroriese Siemens das heimische Industriekonglomerat um etwa eine Milliarde Euro erworben.

Berg- und Talfahrt

Die Geschicke der VA Tech-Aktie waren wechselhaft. Sie bescherte den Aktionären eine regelrechte Berg- und Talfahrt: In seinen besten Zeiten, im Sommer 1997, kratzte das Papier an der 200-Euro-Marke. Nach einer Serie von Managementfehlern und Marktwidrigkeiten ging's Folgejahren steil bergab. Auf ihrem Tiefpunkt im Herbst 2002 wurde die Aktie teilweise mit nur mehr elf Euro gehandelt.

Das zunehmend boomende Anlagenbaugeschäft, die allmähliche Sanierung der Problemsparten, ein Managementwechsel, der Einstieg von Mirko Kovats und schließlich das Übernahmeangebot von Siemens holten das Papier wieder aus seinem Dornröschenschlaf. Siemens übernahm die Anteilsscheine der österreichischen "Industrieperle" (Finanzminister Karl-Heinz Grasser) schließlich um 65 Euro. Die Aktien befinden sich mittlerweile praktisch zur Gänze im Eigentum von Siemens. Schon seit die EU im Juli 2005 die Übernahme endgültig genehmigt hat, findet praktisch kein Handel mit VA Tech mehr statt. (APA)

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    foto: siemens
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