Schätzung: Ab 2060 ist der Nordpol eisfrei

9. Oktober 2006, 18:09
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Forscher sehen einen "neuen Rekord": Heuer kleinste Eismenge in der Arktis seit Beginn der Messungen 1978

Boulder/Colorado - Die Region der Arktis, die von Treibeis bedeckt ist, wird nach jüngsten Forschungsergebnissen des National Snow and Ice Data Center (NSIDC) in Boulder/Colorado immer kleiner. Die Werte für September 2005 haben einen neuen Tiefstand erreicht, berichtet das NSIDC. Demnach war in den vergangenen 100 Jahren noch nie so wenig Eis in der Region.

Das Klima in der Arktis unterliegt natürlichen jährlichen Schwankungen. Dennoch meinen die Forscher ist die globale Erwärmung, die von Menschenhand verursacht ist, teilweise dafür verantwortlich. Die Wissenschaftler sind besorgt, dass sich das Abschmelzen der Polkappen in den kommenden Jahren noch beschleunigen könnte. "Der September 2005 ist ein neuer Rekord: Das ist die kleinste Eisfläche seit 1978 die ersten Satellitenmessungen erfolgt sind. Außerdem ist es die Fortsetzung von vier aufeinander folgenden Jahren, in denen das Eis stetig abgenommen hat", so NSIDC-Forscher Mark Serreze. Im September ist die Eisfläche in der Arktis immer am geringsten. Am 19. September war die eisbedeckte Fläche 5,35 Mio. Quadratkilometer groß. Das sind um 20 Prozent weniger als im Durchschnitt 1978 bis 2000.

Eisfreier Nordpol ab 2060

Wenn das Eis mit einer solchen Geschwindigkeit weiter abnimmt, wird es im Sommer 2060 kein Eis mehr am Nordpol geben. Die NSIDC-Forscher haben auch erklärt, dass die Fläche in diesem Jahr sogar geringer ist als während der Wärmeperioden in den 30- und 40-er Jahren. Für Serreze ist das ein Beweis für eine Klimaänderung, die aufgrund menschlicher Aktivität einsetzt. "Das ist immer noch eine kontroversielle Meinung, da es permanent Unsicherheiten gibt. Das Klimasystem hat viele natürliche Schwankungen und daher gibt es viele Unklarheiten, insbesondere in der Arktis", so der Experte. Der Beweis, dass durch menschliche Aktivitäten der Treibhauseffekt angeheizt wird, werde immer evidenter. Einer der größten Nachteile des Messsystems ist jedoch, dass damit nur die Ausdehnung des Eises, nicht aber das Volumen gemessen werden kann.

Als Folge der Eisschmelze erwarten die Forscher negative Folgen: "Wenn das Eis geschmolzen ist, wird das dunkle Wasser des nördlichen Eismeers die Erwärmung zusätzlich anheizen, da die dunkle Wasserfläche die Wärme besser absorbiert als etwa das helle Eis", erklärt Serreze. Die Ozeane würden sich daraufhin aufheizen. Das würde dann auch eine Eisbildung im Spätherbst und im Winter erschweren. (pte)

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NSIDC
  • Bild nicht mehr verfügbar

    NASA_Aufnahme der Nordpol-Region vom 21. September 2005: So klein war die Eisfläche seit Beginn der Messungen im Jahr 1978 noch nie.

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