Befreite Schlüssellochperspektive

2. Oktober 2005, 18:42
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Es gibt etwas zwischen den Extremen: Schwules und lesbisches Leben - Ausstellung "geheimsache:leben"

Es gibt etwas zwischen den Extremen: Schwules und lesbisches Leben, meint Hannes Sulzenbacher, bestehe schließlich aus mehr als dem pittoresken High Life der schrillen Partywelt und dem Kampf gegen rechtliche und soziale Diskriminierung: "Dazwischen", erklärte Sulzenbacher Mittwochabend im Hotel Le Meridien, "liegt die ganze Welt - der Alltag. Aber auch der wurde und wird oft geheim gehalten."

Doch just das, was und wie da im 20. Jahrhundert hinter verschlossenen Türen gelebt wurde, will und wird der Ausstellungsinitiator vom Verein Ecce Homo gemeinsam mit seinen vier Kuratoren (Ines Rieder, Nadja Schefzig, Niko Wahl und Andreas Brunner) in einer großen Ausstellung ab dem 26. Oktober zeigen - und nicht zufällig hat man sich da für "geheimsache:leben" (geheimsache.at) ein Schlüsselloch als Logo gewählt.

Freilich: Davon, dass das Sichversteckenmüssen nicht mehr erste Überlebenspflicht ist, zeugte die Party, die das Ausstellungsteam aus Anlass des Übergangs von der Konzept- in die Realisierungsphase schmiss - aber das 20. Jahrhundert ist ja auch schon vorbei. (DER STANDARD; Printausgabe, 30.9.2005)

  • Offen zeigen, statt verstohlen zu spechteln: Rieder, Schefzig, Wahl, Sulzenbacher, Brunner (von links).
    foto: rottenberg

    Offen zeigen, statt verstohlen zu spechteln: Rieder, Schefzig, Wahl, Sulzenbacher, Brunner (von links).

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