Ehrung für Kampf um Grundrechte

9. Dezember 2005, 07:16
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Alternativer Nobelpreis verliehen

Stockholm - Der mit umgerechnet 220.000 Euro dotierte Alternative Nobelpreis der schwedischen "Right Livelihood Award"-Stiftung geht dieses Jahr an Kanada, Malaysia und Botswana, eine Anerkennung an Mexiko. Verliehen wird er am 9. Dezember im schwedischen Reichstag.

Wie die Stiftung Donnerstag in Stockholm mitteilte, werden die Kanadier Maude Barlow und Tony Clarke für ihren weltweiten Einsatz für gerechten Handel und die Anerkennung eines Grundrechtes auf Wasser ausgezeichnet. Die Malaysierin Irene Fernandez für ihren Kampf gegen Gewalt gegen Frauen sowie für ihr Eintreten gegen den Missbrauch von Zuwanderern und armen Arbeitern. Als drittes werden die "First People of the Kalahari" und ihr derzeit inhaftierten Gründer Roy Sesana ausgezeichnet.

Die Organisation setzt sich gegen die Vertreibung von Menschen in Botswana von ihrem angestammten Land zur Wehr. Der nicht dotierte Ehrenpreis geht an den mexikanischen Maler Francisco Toledo für sein Engagement zur Bewahrung des kulturellen Erbes in Oaxaca.

Seit 1980 vergeben

Die vom deutsch-schwedischen Publizisten Jakob von Uexküll gestiftete Auszeichnung wird seit 1980 jährlich vergeben und versteht sich auch als Kritik an den Nobelpreisen, die primär an Vertreter des westlichen (Natur)Wissenschafts-Establishments vergeben würden. Der Alternative soll laut Uexküll "jene ehren, die praktische und beispielhafte Antworten auf die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit gefunden haben".

Darunter befindet sich auch ein Österreicher: 1986 ging die Auszeichnung auch an den Salzburger Zukunftsforscher Robert Jungk, Pionier der Umwelt- und Friedensbewegung, 1992 Bundespräsidenschaftskandidat der Grünen, 1994 gestorben. Der erste Ehrenpreis ging 1983 an den (wie Jungk) in der Nazizeit emigrierten aus Salzburg stammenden Ökonomen Leopold Kohr, Vordenker der Grünen- und Ökologiebewegung. Kohr starb kurz vor geplanter Remigration 1994 in England.

Im Juni trafen sich Träger der Alternativen Nobelpreise in Salzburg. Die Radiofabrik hat nun eine Internetseite ins Netz gestellt, auf der diese zu Wort kommen. (fei/DER STANDARD, Printausgabe, 30.9.2005)

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