SP warnt vor Bagatellisierung der Experten-Arbeit

8. November 2005, 12:57
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Van der Bellen: Gehrer als Ministerin eine Fehlbesetzung - ÖVP-Landesschulratspräsidenten kritisieren Haider weiter

Wien - Vor einer Bagatellisierung der Ergebnisse der Zukunftskommission für das Schulwesen warnt die SPÖ. Wenn Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (V) meine, dass es die Kommission nicht mehr gebe und das Umgehen mit deren Vorschlägen ihre Sache sei, zeige dies, wie wichtig die Einsetzung eines von der SPÖ vorgeschlagenen Unterausschusses des Unterrichtsausschusses mit den Experten gewesen wäre, meinte SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser in einer Aussendung.

"Fehlbesetzung" Gehrer

Von Gehrer verlangte Niederwieser, "dass sie sich von den diffamierenden Angriffen" von ÖVP-Bildungssprecher Werner Amon und von Ministeriums-Generalsekretär Hermann Helm auf den Leiter der Zukunftskommission, Günter Haider, distanziere.

Der Grüne Bundessprecher Alexander Van der Bellen bezeichnete Gehrer als "Fehlbesetzung" für das Amt der Bildungsministerin. "Sie hat offenbar die Lust an ihrem Amt verloren und ist nicht mehr bereit, sich mit den Realitäten auseinanderzusetzen", meinte Van der Bellen in einer Aussendung zu ihrer Reaktion auf die Kritik an Günter Haider: "Kaputtsparen der Bildung, Chaos an den Unis, LehrerInnen-Abbau an den Pflichtschulen, Abrutschen im internationalen Vergleich - und was tut Ministerin Gehrer? Sie ignoriert alle Aufforderungen für einen bildungspolitischen Kurswechsel und lässt zu, dass jene, die auf die Missstände hinweisen und nach politischen Lösungen verlangen, eingeschüchtert und unter Druck gesetzt werden."

"Kein Platz für Eitelkeiten"

Die ÖVP-Landesschulratspräsidenten bzw- vizepräsidenten setzen unterdessen die Angriffe auf Haider fort. Reformschritte wie der Ausbau der Nachmittagsbetreuung, die Unterrichtsgarantie, die Frühförderung der Kinder sowie die "Weiterentwicklung" der Pädagogischen Akademien zu Pädagogischen Hochschulen müssten nun umgesetzt werden, hieß es in einer Aussendung. "Da bleibt genug zu tun, da ist kein Platz für einen von Eitelkeiten geprägten politischen Kleinkrieg", so der Präsident des oberösterreichischen Landesschulrats, Fritz Enzenhofer (V), in Richtung Haiders. (APA)

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