Dividende trotz hoher Ausgaben

29. November 2005, 13:00
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Zentrale in der Postgasse wird vor Börsegang nicht mehr verkauft - BAWAG P.S.K.-Einstieg weiterhin nicht angepeilt

Wien - Bis 2008 will die Post weitere 500 Mio. Euro investieren, laut Generaldirektor Anton Wais etwa jeweils ein Drittel in neue Produkte, in Firmenzukäufe und für den Einstieg in die Logistik-Branche. Finanziert werden soll dies aus den Gewinnen und zusätzlichen Mitteln vom Kapitalmarkt. Dennoch werde sich die Post von ihrer jetzigen Position als stabiler Dividendenbringer nicht wegentwickeln, erklärte Wais im APA-Gespräch.

Die Rendite des eingesetzten Kapitals (ROCE) wird laut dem Post-Chef in jedem Fall über den gewichteten Kapitalkosten für Eigen- und Fremdmittel (WACC - Weighted Average Cost of Capital) von 7,5 Prozent liegen. Wais: "Wir investieren nur in Projekte mit einer Kapitalverzinsung, die wir auch am Kapitalmarkt erzielen würden."

Für das Vorjahr 2004 hatte die Post wie berichtet eine Dividende von 40 Mio. Euro an die ÖIAG ausgeschüttet. Für die beiden Jahre davor hatte das Unternehmen jeweils 36 Mio. Euro an die Staatsholding abgeführt.

Schuldenfrei

Derzeit sei die Post schuldenfrei und anderes als in den vorangegangenen Jahren, in denen die Post Investitionen aus dem Vermögen bezahlen musste, sei es ihr im Vorjahr gelungen, wieder dazu zu verdienen. "Das werden wir auch heuer wieder schaffen", sagte Wais weiter. Im ersten Halbjahr hat die Post, wie berichtet, ihren Umsatz um ein Prozent auf 805 Mio. Euro und das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 19 Prozent auf 59,2 Mio. Euro gesteigert.

Außerdem gebe es auch noch Einsparungspotenzial im Unternehmen. "Die Effizienzsteigerung ist noch nicht abgeschlossen", bekräftigte der Post-Generaldirektor. Zuletzt war von angepeilten zusätzlichen Einsparungen im Personalbereich von jährlich 40 bis 50 Mio. Euro die Rede gewesen. Die letzte veröffentlichte Mitarbeiterzahl lag im März 2005 bei 24.269 Vollzeitarbeitskräften.

Zurückhaltung bei Immobilien

Zurückhaltender ist die Post dagegen bei der weiteren Verwertung ihrer Immobilien. Nach dem Verkauf der letzten großen Wiener Immobilien etwa am Börseplatz und am Dr.-Karl-Lueger-Platz geht das Unternehmen dazu über, die verbliebenen Immobilien - etwa am Westbahnhof - weiter zu entwickeln oder für den Eigenbedarf zu nutzen.

Am Verkauf der Zentrale in der Postgasse im ersten Bezirk hält der Post-Chef aber fest. Erste Teile seien bereits ausgelagert worden. Verkauft werde aber erst nach dem Börsegang, sagte Wais.

Der aktuelle Wert der Post wird in der Branche auf 800 Mio. Euro geschätzt. Der Finanzminister könnte somit bei dem geplanten Verkauf von 49 Prozent über die Börse im nächsten Jahr rund 400 Mio. Euro erlösen.

Wais wollte das aber nicht bestätigen: "Der Gesamtwert des Unternehmens wird von den Käufern der Aktien bestimmt." Auch darauf, wie sich der Unternehmenswert der Post dank der hohen Investitionen mittelfristig entwickeln wird, wollte er sich nicht festlegen. "Ich sehe der Equity Story der Post aber ruhig entgegen", betonte er.

Einstieg von BAWAG P.S.K. kein Thema

Kein Thema ist vorerst weiterhin ein Einstieg bei dem Post-Finanzpartner BAWAG P.S.K.. Zitat Wais: "Das macht im Augenblick keinen Sinn." Schließlich gebe es für beide Seiten einen "komfortablen Vertrag", der noch bis 2012 laufe. Was danach passiert, werde man sehen. "Sag niemals nie", so Wais.

Eine endgültige strategische Entscheidung hat die Post dagegen in Hinblick auf ihr Kurier-Geschäft getroffen. Nachdem die Post ohnehin bereits die überwiegende Mehrheit der Sendungen spätestens bis zum Ende des nächsten Tages zustelle würden, habe man Überlegungen zur Übernahme eines bestehenden österreichischen Kurier-Dienstes ad acta gelegt, so Wais. (APA)

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