Wais denkt über Porto-Erhöhung nach 2006 nach

29. November 2005, 13:00
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Post-Genaral: "Das Porto wird vom Markt bestimmt" - EU-Studie ortet nur moderaten Wettbewerb am österreichischen Brief-Markt

Wien - Die Österreichische Post AG denkt derzeit nicht an eine Senkung ihrer Briefgebühren. "Das Porto wird vom Markt bestimmt. (...) Aus dem Titel des Marktes glaube ich, dass wir zu niedrige Preise haben", sagte Post-Generaldirektor Anton Wais im Gespräch mit der APA. Eine unmittelbare Preiserhöhung steht aber nicht bevor.

Wais: "Jetzt ist der Preis, den wir haben, richtig." Bei der letzten Porto-Erhöhung im Jahre 2003 habe die Post bis Ende 2006 die Beibehaltung der Tarife zugesagt. Was 2007 geschehe, werde man sich erst im nächsten Jahr ansehen, so der Post-Chef.

Mit einem Porto von 55 Cent für einen Standard-Brief liegt die österreichische Post im EU-Vergleich aktuell im obersten Viertel. In Deutschland kostet der Brief gleich viel, teurer ist die Post in Dänemark, Italien, Finnland und Schweden. (Schweden und Finnland schlagen allerdings anders als die anderen EU-Staaten auf das Briefporto eine Mehrwertsteuer von mehr als 20 Prozent auf.)

Porto-Erhöhung in Deutschland

Der Chef der Deutschen Post, Klaus Zumwinkel, hatte Anfang dieser Woche in einem Interview mit dem "Spiegel" eine marginale Briefportosenkung per Jahresende von durchschnittlich 0,2 Prozent angekündigt. Der Preis für den Standardbrief wird allerdings auch in Deutschland unverändert bleiben. Weitere Rabatte wird es voraussichtlich vor allem für Großkunden geben.

In Deutschland ist die Post durch die Vorgaben der Bundesnetzagentur gezwungen, Einsparungen bei der Erbringung des Universaldienstes - etwa durch die Schließung von Postämtern - an den Kunden in Form von Preissenkungen weiterzugeben. Für die Rabatte sorgt aber vor allem der harte Wettbewerb durch deutsche Verlage, die zunehmend ins Postgeschäft drängen.

EU-Studie

Nach einer in den vergangenen Wochen veröffentlichten Studie der EU-Kommission zählt der deutsche Markt zu den am härtesten umkämpften Post-Märkten der Union. In Österreich ist der Wettbewerb am Post-Markt dagegen laut Studie noch äußerst moderat. Österreich steht demnach hier in einer Reihe mit den Ländern Tschechien, Ungarn, Polen, Slowakei, Slowenien und Malta.

Post-Chef Wais führt das allerdings weniger auf die vom ÖVP-Wirstchaftsflügel heftig kritisierte schleppende Liberalisierung zurück, sondern vor allem auf die Kleinheit des österreichischen Marktes. Außerdem glaubt er, dass die Post durch eine starke Verbesserung ihrer Zustellqualität in den vergangenen Jahren zusätzliche hohe Eintrittsbarrieren geschaffen.

"Können mit Qualität punkten

Wais: "Die Konkurrenten sind sicher günstiger, wir können nur mit Qualität punkten." In Summe hat die Österreichische Post in den vergangenen fünf Jahren 350 Mio. Euro in neue Brief-Verteilzentren und Zustellbasen und weitere 50 Mio. Euro in den Ausbau des Paketnetzes investiert.

Das derzeitige Preisniveau hält er deshalb unterm Strich auch für gerechtfertigt. Anders als in Deutschland sei die Post in Österreich von der Konkurrenz noch nie wegen zu hoher Preise geklagt worden, so der Post-Chef. (APA)

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Post AG
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    Post-Generaldirektor Anton Wais hat nachgerechnet und das Porto für 2007 als zu niedrig empfunden.

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